Dienstag, 30. Juli 2019

Kreative Problemloesung

Ich habe sicher schon mal berichtet, dass Soehnchen ziemlich kreativ darin ist, Probleme zu loesen. Das ist im Allgemeinen natuerlich wunderbar, im speziellen, vor allem fuer die Mama, kann das durchaus schwierig werden, da besagte Mama nicht ganz so kreativ ist und sie halt keine Regeln aufstellt fuer Aktionen, die ihr gar nicht in den Sinn kommen.

Beispiel 1:

Soehnchen war noch klein, vielleicht so vier Jahre alt. Ich hatte ihn zur Strafe fuer eine Auszeit auf sein Zimmer geschickt. Nach dem ueblichen Wutausbruch herrschte irgendwann verdaechtige Stille. Ich ging also zu ihm und klopfte an die Tuer. Ein zerknirschter Knirps oeffnete mir und ueberreichte mir eine handgefertigte Karte mit einem darauf geklebten, roten Stoffherz. Nach der ersten freudigen Ueberraschung betrachtete ich das Kunstwerk etwas genauer. Wo hatte er denn das Stoffherz her? Und da fiel mein Blick auf die Gardine...

Was sollte ich machen? Niemand hatte ihm je gesagt, dass man keine Bilder aus der Gardine schneiden soll.

Beispiel 2:

Mittlerweile besitzen auch wir eine hilfreiche Alexa. Wir fragen sie alles moegliche, aber besonders oft benutzen die Kinder die Timer Funktion. 30 Minuten zum Klavier-Ueben, 20 Minuten Fernsehen usw. Sehr praktisch.

Einige Wochen bevor Alexa bei uns einzog, ertappte ich Soehnchen dabei, wie er sich, ganz diszipliniert, selbst einen Timer setzte. Ich sagte ihm, er duerfe fuer 20 Minuten Computer spielen. Voellig routiniert (das war also nicht das erste Mal) lief er zur Mikrowelle und schaltete sie auf 20 Minuten bei voller Power - wenn sie fertig ist, macht sie ja schoen "ping".

...

Wenn ich die Kids gross kriege, ohne dass das Haus abbrennt, ist das offensichtlich als voller Erfolg zu werten.

Dienstag, 9. Juli 2019

Growing up

Me: If you had a choice, would you want to grow up or stay a child?
Son: I want to stay a kid.
Me: Why?
Son: When you grow up, you have to do grown up stuff. Like taxes.

Color-Coding Pride

Die Kinderchen packen ihre Koffer. Sie sind schon richtige Reise-Profis, ich sage ihnen nur, wie lange die Reise geht und ob es spezielle Anforderungen gibt, den Rest machen sie.

Dieses Jahr hat sich Soehnchen aber selbst uebertroffen. Fuer jeden Reisetag erstellte er eine farblich passende Kombination aus Unterhose, Socken, Hose und T-short, und um alle Verwechselungsgefahr auszuschliessen, klebte er noch die Wochentage auf das jeweilige Paeckchen. Hier ist der Beweis.



Als ich dem Freund erzaehlte, wie wichtig es Soehnchen war, dass die Farben harmonieren, da sagte er schmunzelnd: "Well, that could be a red flag for some. Or rather, a rainbow flag!"

Dienstag, 24. April 2018

Social Media

Toechterchen fragt, ob ich eigentlich einen Instagram-Account habe. Ich verneine und fuege hinzu, dass ich ebenfalls nicht ueber einen Twitter-Account verfuege.

"Ach", sagt sie, "einen Twitter Account will ich eh nicht."

"Warum?", frage ich neugierig.

"Weil Trump twittert die ganze Zeit, das brauch ich nicht."

Was fuer eine kluge Tochter ich doch habe!

Freitag, 13. April 2018

5 years

Es ist ziemlich genau fuenf Jahre her, dass wir uns in 3 Tagen 21 Haeuser anschauten und uns - natuerlich - in das 21. Haus verliebten. Viel ist seitdem passiert. Das Haus gehoert mir jetzt alleine (und der Bank, natuerlich). Aber ich lebe hier immer noch sehr sehr gerne.

Aus unerfindlichen Gruenden dachte ich gestern an einen Schulausflug nach Weimar, vor vielen, vielen Jahren. Im letzten Jahrhundert. Beziehungsweise Jahrtausend.

Wie auch immer, das Pflichtprogramm beinhaltete natuerlich auch Goethes Gartenhaus, eine huebsche kleine Villa in den Weinbergen. Von seinem Arbeitszimmer konnte er wunderbar den Blick schweifen lassen ueber das Tal. Natuerlich war ich als Teenager nur maessig beeindruckt, aber kann mich doch an ein leichtes Neidgefuehl erinnern - schoen muesste das sein, so wohnen zu koennen. 

Und gestern fiel es mir wie Schuppen von den Augen. Ich wohne jetzt so. Naja, keine Weinberge und kein Tal, aber ich habe einen wunderschoenen Garten mit vielen Baeumen und bluehenden Straeuchern, einem kleinen Teich mit Wasserfall und Ochsenfroeschen, und vielen, vielen Voegeln und Eichhoernchen. Von meiner Haengematte aus schaue ich in an den riesigen Eichen hoch, die so gross sind, dass ich die obersten Blaetter kaum noch sehen kann.

Mann, gehts uns gut!



Montag, 26. März 2018

No more play dates

Mein beinahe-dreizehnjaehriges Toechterchen hat sich fuer Sonntag mit einer Schulfreundin verabredet. Auf dem Weg dahin frage ich sie, ob sie sich auf das play date freut. Ich werde sofort darueber belehrt, dass es sich natuerlich nicht um ein "play date" handelt. Offenbar haben Zwoelfjaehrige keine play dates mehr. Die korrekte Bezeichnung ist "hanging out with a friend".

Puberty is upon us. Someone help me.

Donnerstag, 22. März 2018

Black Panther

Ja, ich weiss, der Film hat eine Altersfreigabe ab 13. Hier bedeutet das aber nur, dass Kinder nicht alleine rein duerfen, sondern dass eine Aufsichtsperson mitgehen muss. Es bleibt also im Ermessen der Eltern, wie sie ihre Kinder einschaetzen. Das ist einerseits sehr praktisch, andererseits gibt es aber auch Idioten Eltern, die sich den Babysitter sparen wollen und dann ihre Kleinkinder mit in solche Filme nehmen. Das ist natuerlich weder fuer den voellig ueberforderten Nachwuchs gut, noch fuer die vom Babygeschrei genervten Kinobesucher.

Anyway...

Wir sahen also "Black Panther". Wirklich ein toller Film, fuer mich der beste Marvel Film bisher. Ein vielschichtiger Boesewicht. Complexe Charaktere. Starke Frauen. Tolle Geschwisterbeziehung. Keine einfachen Antworten. Und natuerlich spannend und lustig und und und.

Zum Thema Starke Frauen, Soehnchen war sehr beeindruckt von Black Panther's schlagfertiger und intelligenter Schwester Shuri. So sehr, dass er sich irgendwann zu mir rueberlehnte und fluesterte: "I like his sister!"

Und dann fuegte er hinzu: "But I like my sister more."