Der Beste Ehemann und ich gönnten uns zum diesjährigen Geschenkefest einen neuen Bezug unseres geliebten "Gravity" Sessels, der bequemsten Sitzgelegenheit im Universum. Der Wunsch nach diesem Möbelstück begleitete meinen Mann durch seine Studienzeit und steckte auch mich irgendwann damit an. Was haben wir uns am Schaufenster die Nasen platt gedrückt! Naja, ganz so schlimm wars nicht, aber es war immer klar, dass wir irgendwann ein Monatsgehalt für dieses Prachtstück opfern würden. Und dann schenkte ihn uns meine geliebte Oma, als wir unsere erste gemeinsame Wohnung bezogen. Damals war er blau.
Der Sessel zog immer mit uns um. Er wurde geliebt und wurde genutzt. In ihm las ich zahllose Bücher, stillte meine Kinder, hielt Nickerchen mit Töchterchen, wenn sie im Bett nicht schlafen konnte. Die Liebe sah man ihm an. Ein neuer Bezug war dringend fällig, jetzt strahlt er in neuem, goldgelben Glanze.
Mein erster Gedanke, als der Beste Ehemann ihn präsentierte, war "Wunderschön!". Mein zweiter Gedanke: "Welcher Idiot hat sich diese Farbe ausgesucht bei ZWEI KLEINEN KINDERN IM HAUSHALT?"
Daraufhin hielten der Ehemann und ich Kriegsrat. Wir riefen unsere Sprösslinge herbei und legten das Kriegsrecht fest. KEIN Essen auf dem Stuhl. KEINE Stifte auf dem Stuhl. KEINE klebrigen/schmutzigen Finger in der Nähe des Stuhls. Dann stiess der Beste Ehemann die schlimmste Drohung aus, die ich je von ihm gehört habe. "Wenn ich einen von Euch erwische, wie er diesen Stuhl anmalt, dann nehm ich demjenigen das Lieblingskuscheltier für immer weg!"
Und da zeigte sich wieder mal, wie verschieden unsere Kinder doch sind.
Töchterchen, super lieb und mit ihren sieben Jahren schon so vernünftig, dass ihr so eine Malaktion im Traum nicht einfallen würde, brach in Tränen aus.
Söhnchen, dem so eine Aktion durchaus einfallen könnte, schaute dem Papa herausfordernd in die Augen und sagte nur: "Nimms doch. Nehm ich mir halt ein anderes."
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Mittwoch, 2. Januar 2013
Montag, 16. Juli 2012
Kinderwitze
Die Ära der Grundschulwitze hat bei uns zu Hause Einzug gehalten. Also Witze auf dem Niveau von:
"Mama, sag mal 'rot'!"
"Rot"
"Du bist ein nackter Pilot!"
Dieser Witz wird mehrmals täglich erzählt. Töchterchen fällt jedesmal fast vom Stuhl vor Lachen und unsereins... naja, als Mutter muss man die Kinder ja in allem unterstützen, also zeige auch ich ein leicht gequältes Lächeln.
Der Beste Ehemann will mich trösten und erzählt, dass sein kleiner Bruder damals ebenfalls einen Lieblingswitz hatte, mit dem er die Familie über Wochen nervte. Töchterchen will natürlich gleich Details wissen.
"Also", sagt der Beste Ehemann, "der geht so: Warum fahren Ostfriesen immer mit dem Panzer durch die Tür?"
"Warum? Und was sind Ostfriesen?"
Nach einer kurzen abschweifenden Erklärung kommt endlich die Antwort:
"Weil sie immer noch nicht wissen, dass der Krieg aus ist."
Töchterchen schaut entgeistert. Dann sagt sie: "Ich kapier den nicht. Der reimt sich doch gar nicht!"
Und da bin ich fast vom Stuhl gefallen vor Lachen.
"Mama, sag mal 'rot'!"
"Rot"
"Du bist ein nackter Pilot!"
Dieser Witz wird mehrmals täglich erzählt. Töchterchen fällt jedesmal fast vom Stuhl vor Lachen und unsereins... naja, als Mutter muss man die Kinder ja in allem unterstützen, also zeige auch ich ein leicht gequältes Lächeln.
Der Beste Ehemann will mich trösten und erzählt, dass sein kleiner Bruder damals ebenfalls einen Lieblingswitz hatte, mit dem er die Familie über Wochen nervte. Töchterchen will natürlich gleich Details wissen.
"Also", sagt der Beste Ehemann, "der geht so: Warum fahren Ostfriesen immer mit dem Panzer durch die Tür?"
"Warum? Und was sind Ostfriesen?"
Nach einer kurzen abschweifenden Erklärung kommt endlich die Antwort:
"Weil sie immer noch nicht wissen, dass der Krieg aus ist."
Töchterchen schaut entgeistert. Dann sagt sie: "Ich kapier den nicht. Der reimt sich doch gar nicht!"
Und da bin ich fast vom Stuhl gefallen vor Lachen.
Freitag, 15. Juni 2012
Vorteil ein Mann zu sein
Söhnchens Vorliebe für Kleider und Röcke ist ja nichts neues. Prinzipiell habe ich damit auch keinerlei Problem, aber leider fürchte ich, dass die restliche Umwelt da nicht ganz so tolerant ist. Daher arbeiten wir seit geraumer Zeit daran, Söhnchen zu erklären, dass Hemden und Westen mindestens genauso schick sind wie Röcke. Aber er findet es hochgradig unfair, dass Jungs keine Kleider tragen können.
"Warum?"
"Tja, Spatz, das ist halt bei uns in Deutschland so. Da haben die Mädels halt einen Vorteil gegenüber den Jungs. Aber Jungs haben dafür auch viele Vorteile."
"Welche?"
Oje, da hab ich mich ja toll reingeritten. Sag ich ihm die Wahrheit ("Mein Sohn, Du verdienst später mal 20 Prozent mehr als Deine Schwester"), dann torpediert das alle meine Bemühungen, Töchterchen zu einer selbstbewussten und emanzipierten jungen Frau zu erziehen. Also rette ich mich, etwas beschämt, in die Aussage: "Frag Deinen Papa!"
Und dessen Antwort? Natürlich, ich hätte es mir denken können.
"Unser Vorteil? Wir können im Stehen Pinkeln!"
Nachtrag: Nachdem Söhnchen eingesehen hat, dass Kleider nur noch zu Hause, aber nicht mehr im Kindergarten angezogen werden, möchte er seit zwei Tagen Zöpfchen haben.
Aber auch die kriegt er nur zu Hause.
"Warum?"
"Tja, Spatz, das ist halt bei uns in Deutschland so. Da haben die Mädels halt einen Vorteil gegenüber den Jungs. Aber Jungs haben dafür auch viele Vorteile."
"Welche?"
Oje, da hab ich mich ja toll reingeritten. Sag ich ihm die Wahrheit ("Mein Sohn, Du verdienst später mal 20 Prozent mehr als Deine Schwester"), dann torpediert das alle meine Bemühungen, Töchterchen zu einer selbstbewussten und emanzipierten jungen Frau zu erziehen. Also rette ich mich, etwas beschämt, in die Aussage: "Frag Deinen Papa!"
Und dessen Antwort? Natürlich, ich hätte es mir denken können.
"Unser Vorteil? Wir können im Stehen Pinkeln!"
Nachtrag: Nachdem Söhnchen eingesehen hat, dass Kleider nur noch zu Hause, aber nicht mehr im Kindergarten angezogen werden, möchte er seit zwei Tagen Zöpfchen haben.
Aber auch die kriegt er nur zu Hause.
Freitag, 1. Juni 2012
Der wirklich Beste Ehemann der Welt
Die meisten von Euch haben mittlerweile das grandiose Wedding Proposal gesehen. Wenn nicht, dann jetzt kurz Lesen unterbrechen und anschauen - es lohnt sich!
Da hat der gute Isaak die Stange aber echt hoch gelegt für alle, die ihre Angebetete noch fragen wollen/müssen. Aber wie eine Freundin gestern zu mir meinte: Gottseidank sagt der Hochzeitsantrag nichts darüber aus, wie gut nachher die Ehe wird. Ihr Antrag bestand übrigens darin, dass ihr Freund sie anrief und meine "ich hab gehört, Du möchtest heiraten?"
Recht hat sie. Gestern ist bei uns nämlich meine heissgeliebte Kaffeemaschine kaputt gegangen. Was sag ich, das ist keine Kaffeemaschine, das ist ein Kaffeewunder! Sie mahlt, sie schäumt, sie brüht, alles automagisch. Ein Knöpfchendruck und aromatischer Latte Macchiato oder etwas anderes italienisches erwartet Deiner. Dieses Wunderwerk der Technik verdanke ich dem besten Ehemann der Welt.
Nur - seit gestern Nachmittag mahlt sie nicht mehr!
Und der wirklich allerbeste Ehemann der Welt erkannte gestern abend sofort die Dringlichkeit des Problems, nahm sie auseinander, und nachdem er das Problem zwar diagnostizieren aber nicht beheben konnte, fuhr er gleich heute früh noch vor der Arbeit damit zur Reparatur.
Und das, Leute, zählt wirklich mehr als jeder noch so schöne Antrag...
Da hat der gute Isaak die Stange aber echt hoch gelegt für alle, die ihre Angebetete noch fragen wollen/müssen. Aber wie eine Freundin gestern zu mir meinte: Gottseidank sagt der Hochzeitsantrag nichts darüber aus, wie gut nachher die Ehe wird. Ihr Antrag bestand übrigens darin, dass ihr Freund sie anrief und meine "ich hab gehört, Du möchtest heiraten?"
Recht hat sie. Gestern ist bei uns nämlich meine heissgeliebte Kaffeemaschine kaputt gegangen. Was sag ich, das ist keine Kaffeemaschine, das ist ein Kaffeewunder! Sie mahlt, sie schäumt, sie brüht, alles automagisch. Ein Knöpfchendruck und aromatischer Latte Macchiato oder etwas anderes italienisches erwartet Deiner. Dieses Wunderwerk der Technik verdanke ich dem besten Ehemann der Welt.
Nur - seit gestern Nachmittag mahlt sie nicht mehr!
Und der wirklich allerbeste Ehemann der Welt erkannte gestern abend sofort die Dringlichkeit des Problems, nahm sie auseinander, und nachdem er das Problem zwar diagnostizieren aber nicht beheben konnte, fuhr er gleich heute früh noch vor der Arbeit damit zur Reparatur.
Und das, Leute, zählt wirklich mehr als jeder noch so schöne Antrag...
Dienstag, 10. April 2012
Kinderkino
Der Beste Ehemann verkündete schon vor einiger Zeit, dass er das nächste mal einen Funpart bei der Kinderbespassung übernehmen wolle, nämlich mit den Kids ins Kino gehen. Grosszügig wie ich bin, wollte ich ihm die Freude lassen.
Leider hatte er die Rechnung ohne den Wirt, aka Töchterchen gemacht. Und so ging am Samstag die ganze Familie einhellig in "Lilifee und das kleine Einhorn". Ein Film, den jeder Mann gesehen haben sollte...
Leider hatte er die Rechnung ohne den Wirt, aka Töchterchen gemacht. Und so ging am Samstag die ganze Familie einhellig in "Lilifee und das kleine Einhorn". Ein Film, den jeder Mann gesehen haben sollte...
Freitag, 14. Oktober 2011
Wie hast du's mit der Religion?
Töchterchen erzählt beim Mittagessen, dass sie sich mit einer ihrer Freundinnen gestritten hat. "Was war denn los, erst vorgestern habt Ihr doch noch schön gespielt", frage ich sie.
"Sie hat gesagt, ich muss an Gott glauben, und ich hab ihr gesagt, das will ich nicht!" kommt die empörte Antwort.
Oh meine Kleine, was für Kriege wurden über dieser Frage gekämpft. Ich erzähle ihr, dass gestandene Männer sich darüber die Köpfe eingeschlagen haben. Und was sagt BE?
"Falls Deine Freundin sagen sollte, dass Du nicht in den Himmel kommst, dann antwortest Du einfach: 'sei froh, dann hast Du mehr Platz!'"
"Sie hat gesagt, ich muss an Gott glauben, und ich hab ihr gesagt, das will ich nicht!" kommt die empörte Antwort.
Oh meine Kleine, was für Kriege wurden über dieser Frage gekämpft. Ich erzähle ihr, dass gestandene Männer sich darüber die Köpfe eingeschlagen haben. Und was sagt BE?
"Falls Deine Freundin sagen sollte, dass Du nicht in den Himmel kommst, dann antwortest Du einfach: 'sei froh, dann hast Du mehr Platz!'"
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Dienstag, 31. August 2010
Mehr Dudu
Beim Sonntagsfrühstück singt BE ein Liedchen vor sich hin, zum Missfallen seines Sohnes: "Papa, leise!" Papa informiert Söhnchen, dass er singt, wie er möchte. Daraufhin stellt Söhnchen die Sache klar: "Papa, Dudu!"
Dienstag, 29. Dezember 2009
Glücksjahr 2009
Ich werde übermorgen, also am letzten Tage des Jahres 2009, eine Flasche des besten Lidl-Champagners öffnen, um das Ende eines unserer schlimmeren Jahre zu feiern.
Aber vielleicht seh ich das ja auch alles falsch. Vielleicht hatten wir auch einfach super viel Glück dieses Jahr. Mal sehen:
- Am 7. Januar überlebte Töchterchen einen Schlittenunfall, bei dem sie sich einen Schädelbruch zuzog. Glücklicherweise floss das Blut nach aussen (resultierend in einem ziemlich furchtbar zugeschwollenen blauen Auge) und nicht nach innen, es kam also zu keiner Hirnverletzung und keinen langfristigen Schäden. Das Auge sieht mittlerweile wieder ganz normal aus und dank Osteopathie ist es wieder genauso groß wie das andere Auge.
- Im März führte ein Leck in der Gasleitung glücklicherweise nicht dazu, das Haus in die Luft zu sprengen. Wäre selbiges Leck 2 Tage später aufgetreten, wären wir 4 Tage bei meiner Mutter gewesen, das Haus wäre schön voller Gas gelaufen und wir hätten als erstes beim Heimkommen das Licht angemacht... Ausserdem führte das Leck dazu, dass BE den Füllstand kontrollierte und ihn dann recht panisch auffüllen lies :-).
- Im April durften wir einen Notfallhubschraubereinsatz live und in Farbe miterleben, als Töchterchen auf eine Nuss allergisch reagierte. Zum Glück schwollen nur ihre Nasenschleimhäute zu, die Schwellung bezog sich aufs Gesicht und ging nicht auf den Hals über.
- Im Mai begann ich mein Selbststudium in Allergologie und Ernährungskunde, ausgelöst durch Söhnchens sich ständig verschlimmernde Neurodermitis. Es ist doch immer gut, sich weiterzubilden. Ausserdem erweiterte seine Krankheit meinen Bekanntenkreis ungemein, es ist immer wieder schön, auf sein Gesicht angesprochen zu werden. Aber ernsthaft, ohne seine ND hätte ich einige tolle Frauen nicht kennengelernt.
- Im Juli starb meine Oma. Selbst dies ist vielleicht ein Glücksfall, blieben ihr vielleicht Jahre als bettlägeriger Pflegefall erspart. Oma, ich glaub fest daran, dass Du jetzt ein Stern bist und auf uns alle niederlächelst.
- Auf der Heimfahrt von der Beerdigung bekam ich eine Hauptrolle in einem bayrischen Film, gesponsort von der Polizei. Die Rolle stellte sich aber im nachhinein als ziemlich kostspielig heraus, 4 Wochen Führerscheinentzug und 270 Euro, nur weil ich bei 150 kmh einen Mercedes freundlich darauf hinweisen wollte, die Spur zu wechseln, und um mein Ansinnen deutlich zu machen, ich auf 17 Meter rangefahren war. Es hätte schliesslich wesentlich schlimmer kommen können, in der Schweiz hätte das gleiche Vergehen 3 Monate Führerschein gekostet. Ausserdem konnte ich glücklicherweise den Führerschein abgeben, als ich mit Söhnchen in der Spezialklinik Neukirchen weilte, und wer braucht den schon im tiefsten Bayern?
- Und damit sich der BE nicht übergangen fühlt, entwickelte sich im November ein Leberfleck bei ihm zu einem Abszess, den nichtmal unsere Hausärztin aufschneiden wollte, da musste ein Chirurg her. Als echter Mann lehnte er übrigens die Vollnarkose ab, die ihm angeboten wurde. Und weil einmal ja keinmal ist, entzündeten sich 4 Wochen später die beiden Nachbarflecke auch noch. Da werden wir sicher im nächsten Jahr auch noch unseren Spass haben!
Alles in allem war es also ein glückliches, wenn auch ereignisreiches Jahr. Immerhin leben wir noch! Naja, fast alle. Und sind fast alle gesund. Und sind zusammen.
Wie auch immer, ich werde übermorgen wohl meinen Lieblingstoast ausbringen, ein Zitat aus Tucholskys "Schloß Gripsholm":
Aber vielleicht seh ich das ja auch alles falsch. Vielleicht hatten wir auch einfach super viel Glück dieses Jahr. Mal sehen:
- Am 7. Januar überlebte Töchterchen einen Schlittenunfall, bei dem sie sich einen Schädelbruch zuzog. Glücklicherweise floss das Blut nach aussen (resultierend in einem ziemlich furchtbar zugeschwollenen blauen Auge) und nicht nach innen, es kam also zu keiner Hirnverletzung und keinen langfristigen Schäden. Das Auge sieht mittlerweile wieder ganz normal aus und dank Osteopathie ist es wieder genauso groß wie das andere Auge.
- Im März führte ein Leck in der Gasleitung glücklicherweise nicht dazu, das Haus in die Luft zu sprengen. Wäre selbiges Leck 2 Tage später aufgetreten, wären wir 4 Tage bei meiner Mutter gewesen, das Haus wäre schön voller Gas gelaufen und wir hätten als erstes beim Heimkommen das Licht angemacht... Ausserdem führte das Leck dazu, dass BE den Füllstand kontrollierte und ihn dann recht panisch auffüllen lies :-).
- Im April durften wir einen Notfallhubschraubereinsatz live und in Farbe miterleben, als Töchterchen auf eine Nuss allergisch reagierte. Zum Glück schwollen nur ihre Nasenschleimhäute zu, die Schwellung bezog sich aufs Gesicht und ging nicht auf den Hals über.
- Im Mai begann ich mein Selbststudium in Allergologie und Ernährungskunde, ausgelöst durch Söhnchens sich ständig verschlimmernde Neurodermitis. Es ist doch immer gut, sich weiterzubilden. Ausserdem erweiterte seine Krankheit meinen Bekanntenkreis ungemein, es ist immer wieder schön, auf sein Gesicht angesprochen zu werden. Aber ernsthaft, ohne seine ND hätte ich einige tolle Frauen nicht kennengelernt.
- Im Juli starb meine Oma. Selbst dies ist vielleicht ein Glücksfall, blieben ihr vielleicht Jahre als bettlägeriger Pflegefall erspart. Oma, ich glaub fest daran, dass Du jetzt ein Stern bist und auf uns alle niederlächelst.
- Auf der Heimfahrt von der Beerdigung bekam ich eine Hauptrolle in einem bayrischen Film, gesponsort von der Polizei. Die Rolle stellte sich aber im nachhinein als ziemlich kostspielig heraus, 4 Wochen Führerscheinentzug und 270 Euro, nur weil ich bei 150 kmh einen Mercedes freundlich darauf hinweisen wollte, die Spur zu wechseln, und um mein Ansinnen deutlich zu machen, ich auf 17 Meter rangefahren war. Es hätte schliesslich wesentlich schlimmer kommen können, in der Schweiz hätte das gleiche Vergehen 3 Monate Führerschein gekostet. Ausserdem konnte ich glücklicherweise den Führerschein abgeben, als ich mit Söhnchen in der Spezialklinik Neukirchen weilte, und wer braucht den schon im tiefsten Bayern?
- Und damit sich der BE nicht übergangen fühlt, entwickelte sich im November ein Leberfleck bei ihm zu einem Abszess, den nichtmal unsere Hausärztin aufschneiden wollte, da musste ein Chirurg her. Als echter Mann lehnte er übrigens die Vollnarkose ab, die ihm angeboten wurde. Und weil einmal ja keinmal ist, entzündeten sich 4 Wochen später die beiden Nachbarflecke auch noch. Da werden wir sicher im nächsten Jahr auch noch unseren Spass haben!
Alles in allem war es also ein glückliches, wenn auch ereignisreiches Jahr. Immerhin leben wir noch! Naja, fast alle. Und sind fast alle gesund. Und sind zusammen.
Wie auch immer, ich werde übermorgen wohl meinen Lieblingstoast ausbringen, ein Zitat aus Tucholskys "Schloß Gripsholm":
Und jetzt hoffe ich nur, diesen Einträg nicht noch verlängern zu müssen!!!
'Das war jene friesische Bauerntochter gewesen, die im Dreißigjährigen Kriege von den Landsknechten an den Tisch gezerrt wurde; sie hatten alles ausgeräubert, den Weinkeller und die Räucherkammer, die Obstbretter und den Wäscheschrank, und der Bauer stand daneben und rang die Hände. Roh hatten sie das Mädchen herbeigeholt -- he! da stand sie, trotzig und gar nicht verängstigt. Sie sollte einen Trinkspruch ausbringen! Und warfen dem Bauern eine Flasche an den Kopf und drückten ihr ein volles Glas in die Hand.
Da hob Martje Flor Stimme und Glas, und es wurde ganz still in dem kleinen Zimmer, als sie ihre Worte sagte, und alle Niederdeutschen kennen sie.
»Up dat et uns wohl goh up unsre ohlen Dage --!« sagte sie.'
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Dienstag, 26. Mai 2009
Das N-Wort
Eigentlich wollte ich, der Fairness halber, einige positive Worte auflisten, die mit N anfangen. Aber mir wollen da partout keine Beispiele einfallen. Dafür denke ich sofort an Nein, Negativ, Nihilismus (sorry, mein Gehirn funktioniert manchmal merkwürdig) und natürlich:
Neurodermitis
Die letzten Wochen waren alle von diesem verdammten N überschattet. Jeden Abend gehen wir ins Bett und hoffen, dass es über Nacht wenigstens ein klein wenig besser wird, ein kleines bisschen weniger nässend, weniger juckend, weniger verschorft... Und wochenlang hab ich mich selbst betrogen, denn wenn ich lange genug gesucht habe, dann hab ich sicher irgendwo eine Stelle gefunden, die ganz ganz sicher etwas blasser war als gestern...
Bis letzte Woche ein Satz meines BE (Besten Ehemanns von Allen) mir die Augen öffnete: "Wir verlieren den Kampf." Es ist schon merkwürdig, wie manchmal ein einziger Satz einem die Scheuklappen wegreißt. Ein Satz, um zu erkennen, wie sehr man dieser Hure Hoffnung verfallen war. Aber wie sonst kann man Tag für Tag diesen kleinen Körper im Arm halten, dieses kleine süße Gesichtchen ansehen, in dem strahlende blaue Augen umgeben sind von Furchen, Narben, Schorf, roter nässender Haut? Wie kann man das ohne Hoffnung ertragen?
Und natürlich: the bitch is back. Die Hoffnung ist wieder da. Wir haben auf HA-Milch umgestellt und betupfen die nassen Stellen mit Stiefmütterchentee. Und vielleicht sieht er wirklich etwas besser aus. Wir haben einen Allergietest gemacht, und wie es scheint, ist er so ziemlich gegen alles unter der Sonne allergisch: Milcheiweiss, Weizen, Hühnereiweiss, Hühnereigelb, Mandeln, Haselnüsse,... Da wird er wohl von Anfang an lowcarb ernährt werden. Dann wird er wenigstens nicht mit meinen Figurproblemen zu kämpfen haben.
Aber ein Schritt nach dem anderen. Sollte sich mit diesen Einschränkungen seine Haut wirklich bessern, dann kriegen wir das schon hin. Und vielleicht verwächst es sich ja noch (da! Schon wieder! Hoffnung lässt sich einfach nicht unterkriegen!)
Neurodermitis
Die letzten Wochen waren alle von diesem verdammten N überschattet. Jeden Abend gehen wir ins Bett und hoffen, dass es über Nacht wenigstens ein klein wenig besser wird, ein kleines bisschen weniger nässend, weniger juckend, weniger verschorft... Und wochenlang hab ich mich selbst betrogen, denn wenn ich lange genug gesucht habe, dann hab ich sicher irgendwo eine Stelle gefunden, die ganz ganz sicher etwas blasser war als gestern...
Bis letzte Woche ein Satz meines BE (Besten Ehemanns von Allen) mir die Augen öffnete: "Wir verlieren den Kampf." Es ist schon merkwürdig, wie manchmal ein einziger Satz einem die Scheuklappen wegreißt. Ein Satz, um zu erkennen, wie sehr man dieser Hure Hoffnung verfallen war. Aber wie sonst kann man Tag für Tag diesen kleinen Körper im Arm halten, dieses kleine süße Gesichtchen ansehen, in dem strahlende blaue Augen umgeben sind von Furchen, Narben, Schorf, roter nässender Haut? Wie kann man das ohne Hoffnung ertragen?
Und natürlich: the bitch is back. Die Hoffnung ist wieder da. Wir haben auf HA-Milch umgestellt und betupfen die nassen Stellen mit Stiefmütterchentee. Und vielleicht sieht er wirklich etwas besser aus. Wir haben einen Allergietest gemacht, und wie es scheint, ist er so ziemlich gegen alles unter der Sonne allergisch: Milcheiweiss, Weizen, Hühnereiweiss, Hühnereigelb, Mandeln, Haselnüsse,... Da wird er wohl von Anfang an lowcarb ernährt werden. Dann wird er wenigstens nicht mit meinen Figurproblemen zu kämpfen haben.
Aber ein Schritt nach dem anderen. Sollte sich mit diesen Einschränkungen seine Haut wirklich bessern, dann kriegen wir das schon hin. Und vielleicht verwächst es sich ja noch (da! Schon wieder! Hoffnung lässt sich einfach nicht unterkriegen!)
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