Posts mit dem Label Schule werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Schule werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Donnerstag, 26. Oktober 2017

Career Day

Dieses Jahr fuehlte ich mich dazu berufen, beim Career Day an Soehnchens Schule mitzuwirken. Schliesslich muss ich ja die naechste Generation Maedels dazu anregen, technische Berufe anzugehen. Es hat sehr viel Spass gemacht, hier ein paar Auszuege:

"Mutation, is that like the theory that we are mutated from Apes?"

"Mutation, is that the same as puberty?"

"I understand how I get the DNA from my mom, but how do I get it from my dad?"

Freitag, 18. Dezember 2015

Talk about touching

Toechterchen bringt einen Zettel von der Schule nach Hause. Die Schule moechte wissen, ob Toechterchen am "Talk about Touching" Programm teilnehmen darf.
The Talking About Touching program uses time-honored, developmentally appropriate teaching techniques to help children learn safety skills. These include refusing and reporting unsafe touches but also encompass basic safety skills (such as for cars, bikes, and fire) and the Always Ask First Rule. It’s a great way to talk to young children about sensitive but essential topics.
Auf dem Zettel steht auch, dass es sich nicht um Aufklaerungsunterricht handelt. Trotzdem scheint das Programm bei manchen Eltern auf Unbehagen zu stossen, nicht wirklich ueberraschend, schliesslich leben wir im Bible Belt.

Toechterchen fragt mich, worum es da eigentlich geht. Ich sage, dass sie ja schon weiss, was Sex ist und dass das was fuer Erwachsene ist, nicht fuer Kinder. Aber dass manchmal Erwachsene krank im Kopf sind und das mit Kindern machen wollen. Und das ist falsch, und das Programm will darueber aufklaeren.

"Mama, manche meiner Klassenkameraden sagen, ihre Eltern wollen nicht, dass sie da mit machen, warum?"

"Naja, manche Erwachsene haben Probleme damit, ueber Sex zu reden."

"Ist Sex denn ein schmutziges Wort?"

"Nein. Sex zwischen Erwachsenen, die das wollen, ist etwas schoenes. Es ist halt nix fuer Kinder. Aber es ist kein schlechtes Wort."

"Aber warum denken dann manche Eltern, dass es schmutzig ist?"

Ich ringe noch um eine gute Antwort, als meine Zehnjaehrige die hiesige Doppelmoral zielsicher festnagelt:

"Warum denken diese Eltern, dass es schmutzig ist? Sie haben es doch irgendwann selber gemacht, sonst haetten sie ja keine Kinder!"

Montag, 9. November 2015

Immigration day

In Deutschland ist das Wort "Immigrant" ja eher negativ besetzt. Hier aber begeht sogar die Schule der Kinderchen einen jaehrlichen Immigration Day. Das machen die richtig gut:

- Toechterchen musste als Hausaufgabe einen echten Immigranten recherchieren. Das geht super dank des digitalen Ellis Island Archivs (http://libertyellisfoundation.org/passenger). Ellis Island ist eine Insel vor New York. Zwischen den Jahren 1892 und 1954 wurden dort Millionen von Neuankoemmlingen aus der Alten Welt registriert, bevor sie in die USA einreisen durften. Und dieses gigantische Archiv ist komplett online, man kann nach Namen, verschiedenen Schreibweisen und sogar Schiffen suchen.

- die Kinder ihrer Klasse wurden in verschiedene Grueppchen aufgeteilt, die die verschiedenen Klassen auf einem Schiff darstellen sollen. Also First Class, Unterdeck usw.

- Am Immigration day muessen die Kids dann gemaess ihrer Klasse in entsprechender Kleidung zur Schule kommen und "ihren" Immigranten verkoerpern.

So macht Geschichte richtig Spass! Und ich bin wieder mal voller Ehrfurcht vor dem Mut und der Entschlossenheit der Leute damals, die auf der Suche nach einem besseren Leben alle Bruecken hinter sich abbrachen und sich in eine sehr ungewisse Zukunft begaben. Nur gut, dass damals keiner hier auf die Idee kam, einen grossen Zaun zu errichten...


Montag, 2. November 2015

Spelling Words

Da Englisch ja eher keine Sprache ist, bei der so geschrieben wird wie man spricht, werden die Kinder hier mit "Spelling Words" traktiert, also Worte, die sie auswendig lernen muessen und die dann abgefragt werden. Ihr habt bestimmt auch schon mal sogenannte "Spelling Bee Contests" gesehen, wo die Kids Worte laut buchstabieren muessen.

Hier also die Liste fuer diese Woche, die das 10-jaehrige Toechterchen lernen muss:


Schon ganz schoen heftig, finde ich. Und ich frage mich, nach welchen Regeln wird eigentlich im Englischen bestimmt, ob zwei Worte zusammengeschrieben werden, oder mit Bindestrich verbunden, oder doch auseinander? Warum wird warehouse zusammengeschrieben, aber post office nicht? 

Freitag, 23. Oktober 2015

Size matters

Das zehnjaehrige Toechterchen ist klein fuer ihr Alter. Wie sie mir heute morgen erzaehlte, ist sie die drittkleinste von allen Kindern in den fuenften Klassen ihrer Schule.

Ueberraschend kommt das natuerlich nicht. Ich erinnere mich immer noch an den Tag im August, als wir Soehnchens Lehrerin kennenlernten. Sie schaute freundlich auf meine Kinder und fragte: "Na, Ihr Lieben, wer von Euch ist denn jetzt der Erstklaessler?".


Dienstag, 29. Oktober 2013

Behavior Charts

Heutzutage werden Kinder - Gottlob - ja nicht mehr verhauen, sondern sowohl Eltern als auch Kindergarten und Schule suchen nach Möglichkeiten, die Bälger lieben Kleinen positiv zu motivieren.

Die Schule hier lässt sich einiges einfallen. So kann man durch gutes Benehmen zum Beispiel einen Homework-Pass erwerben, den man irgendwann später einreichen kann, um Hausaufgaben einmal nicht machen zu müssen. Beim Mittagessen wird die begehrte Erlaubnis an einen Schüler oder eine Schülerin verliehen, sich einen Freund auszusuchen und mit ihm sprechen zu dürfen, wenn der Rest der Meute noch zu schweigen hat. Natürlich gibt es auch visuelle Anreize in Form sogenannter Behavior Charts. Meine Tochter hat wirklich hier noch nie eine Hausaufgabe vergessen (auch wenn ihr das manchmal buchstäblich erst 5 Minuten vor 7 eingefallen ist), weil sie panische Angst davor hat, ihren Sticker auf dem Chart ins rote Feld schieben zu müssen.*

Auch der Kindergarten verwendet ein ähnliches System, und Söhnchen zeigt mir immer sehr stolz den lächelnden Smiley auf seinem täglichen Report.

Nachdem Söhnchen leider zu Hause nicht immer ein lobenswertes Benehmen an den Tag legt, entschloss ich mich, die gleiche Wunderwaffe bei uns daheim anzuwenden. Auf ein Blatt schrieb ich links die Namen meiner Kinder und oben vermerkte ich Symbole für drei Kategorien: Benehmen (ein lächelnder/trauriger Smiley), Aufgaben erledigt (Socken als Beispiel fürs Socken-Zusammenlegen) und Auf-Mama-Hören (ein Ohr).

Zuerst schien das Teil wirklich Wunder zu wirken, wenn auch maulend, so machte sich Söhnchen doch auf, die besagten Socken zu sortieren.

Doch was tat er, nachdem das erledigt war und er seinen Sticker unter Socken erhalten hatte?

Er suchte sich ein Blatt, zückte einen Stift und...

... fertigte ein Behavior Chart für seine Mama an.

Anscheinend muss ich noch daran arbeiten, mein Hören zu verbessern. Auch mein Benehmen lässt zu wünschen übrig. Aber meine Aufgaben erledige ich tadellos.



*Ich hab sie gefragt, was denn passiert, wenn sie ins rote Feld rutscht. Die Antwort? Strafexerzieren. Die Kids müssen dann eine Runde ums Sportfeld rennen. Offensichtlich klappt negativ motivieren also doch auch.

Montag, 28. Oktober 2013

Dear parents, there has been an incident at the school...

Habe ich mich in Deutschland darüber beschwert, dass die Schule nicht genügend mit uns Eltern redet, so herrscht hier schon eher eine Kommunikationsüberflut.

Töchterchens Lehrerin ist - natürlich - per Email und Telefon erreichbar. Sie versendet wöchentlich Newsletters, damit man weiss, was gerade gelernt wird, wann welcher Test stattfindet und was an Besonderheiten ansteht. Zusätzlich höre ich einmal die Woche die Stimme der Direktorin, die sich per Telefonbotschaft an die Eltern wendet. Meist geht es um Kleinigkeiten, aber letzte Woche begann sie so:

"Dear Parents, there has been an incident today at the school...."

Bei all den Schul-Amokläufen beschwört dieser Satz sogleich schlimmste Befürchtungen herauf. Auch der nächste Satz beruhigte mich nicht wirklich.

"We want to make it very clear that no child has been harmed at any time." 

Aha, keiner verletzt, aber hätte verletzt werden können? Gottseidank sind meine Kinder bereits wohlbehalten zu Hause!

"As you know, we have still a construction site at our school..." Genau, die reparieren noch immer am Dach rum. Oje, ist etwa einem Kind beinahe ein Ziegelstein auf den Kopf gefallen? 

Weit gefehlt.

Einer der Bauarbeiter verspürte wohl ein menschliches Bedürfnis. Doch anstatt sich in das bereitgestellte Dixie-Klo zu begeben, verrichtete er seine Notdurft an der frischen Luft. Unglücklicherweise in Sichtweite des Spielplatzes. Der war zwar zu diesem Zeitpunkt leer, aber es geht ja hier ums Prinzip. Eine Lehrerin sah die Untat und benachrichtigte die Direktorin.

Die Direktorin rief daraufhin umgehend die Polizei, welche heranbrauste, den Übeltäter in Handschellen legte und abführte.

Die Nachricht endete mit einer weiteren Versicherung, dass kein Kind irgendeinen Harm erfahren hätte und dass selbiger Unhold natürlich nie wieder auf der Schulbaustelle arbeiten würde.

Spätestens jetzt wissen wir wieder, dass wir in Amerika leben. 


PS: Nach einem herzlichen Lachen tat mir der Bauarbeiter auch ein bisschen leid. Ich hoffe, er verliert seinen Job deswegen nicht ganz. Wenn er Pech hat, kann er für öffentliches Urinieren sogar einen Eintrag als Sexualstraftäter kriegen, hat mir später eine andere Mama erzählt. 

Also, liebe Herren der Schöpfung, bitte tut es doch uns Damen nach, wir schaffen es ja auch immer bis zu irgend einem Klo. 


Freitag, 5. Oktober 2012

Von Wespen und Läusen

Irgendwann im Sommer sah ich, dass Wespen sich wohl ein Nest im Mauergestein unterm Dach gebaut hatten, zumindest flogen sie da eifrig in einem Spalt auf 3 Meter Länge ein und aus. Da man das Dach hätte abdecken und die Mauer aufschlagen müssen Da ich ein friedlicher und naturliebender Mensch bin, liessen wir die Wespen leben und erfreuten uns einer mehr oder weniger friedlichen Koexistenz. Na gut, eine stach mich mal in den Nacken, als ich nichts böses ahnend am Computer arbeitete, aber Revoluzzer gibt es halt überall.

Der Herbst kam heran und wir hatten die Wespen mittlerweile schon ganz vergessen, als ich gestern Söhnchen zum Mittagsschlaf hinlegen wollte und ein auffälliges Gesumm und Gebrumm hörte. Ich blickte nach oben, zum Dachfenster, wo sich mir ein Hitchcock-Bild darbot. Bestimmt fünfzig Wespen krabbelten und flogen am Fenster. Im Kinderzimmer!

Mir war sofort klar, was passiert war: die Wespen waren der Wärme gefolgt und hatten sich durch das Holz und Mauerwerk gefressen, bis sie im Kinderzimmer landeten. Oje.

Der Geruhsamste Ehemann, mit dieser überraschenden Tatsache konfrontiert, erkannte gleich, dass ich Aktionismus von ihm einforderte und meinte daher gemütlich, da hätte wohl jemand ein Fenster aufgelassen. Wie bitte?

Wie meistens, behielt ich recht. Obwohl alle Wespen des Tages im Staubsauger endeten, setzten neue Mitglieder des Schwarms die Invasion am nächsten Tag fort. Da der NichtGanzBesteEhemann auf Arbeit weilte und praktischerweise auch sein Handy zu Hause liegen gelassen hatte, und weil ich ja sooooo viel Zeit habe, ich bin ja eh da, hängte ich mich ans Telefon und versuchte, einen Spezialisten dazu zu bewegen, jetzt gleich und sofort unserer Wespenplage Herr zu werden. Das Ergebnis? Man kaufe ein Insektenspray und sprühe die Balken von innen und aussen ein, das würde dann zumindest das Krabblerproblem für dieses Jahr erledigen. Dass man das Problem damit nur auf den Frühling verschiebt, wenn die überwinterte Königin neu loslegt... Und dass so ein Zeuch weder für Wespen noch für Kinder gesund ist...

Aber keine Sorge. Noch leben sowohl Wespen als Kinder, da der Gemütlichste Ehemann gestern abend wegen des Regens und heute morgen wegen des Vergessens nicht aufs Dach klettern konnte. Und im Kinderzimmer selber, da sind wir uns einig, wird kein Insektengift versprüht. Also bleiben die Wespen noch ein paar Tage länger Thema bei uns.

Und weil ein Krabbeltier selten allein kommt und mein Tag noch nicht aufregend genug war, erfuhr ich beim abendlichen Elternabend, dass seit Februar in Töchterchens Klasse immer wieder Läuse auftreten und zwar NUR in ihrer Klasse, ergo muss es ein oder mehrere Kinder geben, die nichtsahnend diese Läuse immer wieder weitergeben. Anscheinend geht Lausbefall nicht immer mit Kopfkratzen einher, und "normaler" Befall sind gerade mal 10 Läuse, und die sind wirklich superklein und hellbraun, ganz schlecht sichtbar, können einem also wirklich leicht durch die Lappen gehen. Ich weiss es jetzt, eine Mama hat ein Blatt mit zwei Exemplaren drauf mitgebracht.

Brrrrr. Und jetzt kann ich leider nicht mehr tippen, mich juckts!




Mittwoch, 13. Juni 2012

Reden hilft

Heute zu unchristlich früher Stunde sassen der Beste Ehemann und ich auf winzigen Stühlen in Töchterchens Klassenzimmer und unterhielten uns mit ihren Lehrerinnen für Deutsch und Mathe.


Wir stimmten alle darin überein, dass Töchterchen einerseits verträumt ist und dadurch viel Zeit verliert und vielleicht auch Anweisungen gar nicht mitbekommt. Und dass sie zum anderen einen riesigen Perfektions-anspruch an sich hat, sie sich den Druck zum grossen Teil also selbst macht.

Ihre Klassenlehrerin ist mir nicht mal unsympathisch. Nur weiss ich nicht, ob sie wirklich geeignet ist, Erstklässler zu unterrichten. Vom Typ her - burschikos, streng, fordernd - sehe ich sie eher bei älteren Kindern. Ihre Erwartungen passen meiner Ansicht nach einfach nicht zu Sechsjährigen. Töchterchen "könnte brillieren, sie könnte die Beste sein, ich verstehe nicht, warum sie sich da nicht reinhängt." Oder "sie strengt sich nicht gern an, sie quält sich nicht gern." Man könnte meinen, sie trainiert Hochleistungssportler.

Nun ja. Ergebnis ist, dass Töchterchen ab jetzt den "kleinen" Wochenplan, der zwei Seiten weniger Stoff enthält, bekommt. Ausserdem werden die Lehrerinnen drauf achten, dass sie die Hausaufgaben im Hausaufgabenheft einträgt. Ich hab Töchterchen schon gesagt, dass ich das ab jetzt auch erwarte. Ausserdem wird die Lehrerin nur noch korrigieren, was abgegeben wurde, aber nicht mehr kritisieren, wenn etwas fehlt. Diese Verantwortung überlässt sie jetzt uns. Damit nehmen wir hoffentlich den Druck aus, so dass ihr dann die Schule und die Hausaufgaben wieder mehr Spass machen.

Ich bin jetzt vorsichtig optimistisch. Und mal ehrlich, verglichen mit den Sorgen von Frl Krise sind unsere reine Luxusprobleme...


Montag, 11. Juni 2012

What a difference a day makes...

Gestern war die Welt noch in Ordnung. Der Beste Ehemann spielte zum ersten Mal mit Töchterchen seinen Lieblingssport Squash, zur grossen Freude beider. Der Beste Ehemann freute sich, weil er von diesem Moment 7 Jahre geträumt hatte, Töchterchen freute sich, weil sie sich gut anstellte und es ihr Spass machte. Wieder zu Hause angelangt, verkündete sie:

"Papa, ich hab noch nix gefunden, in dem ich nicht gut bin!"

Ah, jugendliche Hybris... Aber so ganz konnte ich mir ein stolzes Grinsen nicht verkneifen. You go, girl! Nur zu, glaub an Dich! Du kannst alles schaffen!

Das war gestern.

Heute früh kam ein weinendes Häufchen Elend zu mir. "Ich hab wieder so ein flaues Gefühl im Bauch, wegen der Schule... Ich hab Angst, dass ich ausgeschimpft werde."
Sie klettert auf meinen Schoß und ich umarme sie tröstend. "Aber Mäuschen, Du brauchst wirklich keine Angst zu haben. Das klappt doch gut mit der Schule, Du kannst super gut Lesen und Rechnen, und auch wenns mal nicht gut läuft, ist das nicht schlimm. Dein Papa und ich waren auch nicht immer gut in der Schule."
Die Tränen kullern immer noch. "Aber... aber wenn sie mich schimpft, dann denke ich, ich bin die Doofste. Ich möchte nicht mehr in die Schule, ich möchte wieder in den Kindergarten."

Es geht mir wirklich nahe, mein kleines Mädchen so bedrückt zu sehen. Wie sollen wir die nächsten Jahre überstehen, wenn sie schon in der ersten Klasse solche Versagensängste hat? Wie kann ich ihr da helfen?

Jedenfalls steht der Termin mit der Lehrerin: Mittwoch früh halb acht.

Mittwoch, 6. Juni 2012

Nicht zum letzten Mal - die Hausaufgaben

Ich fürchte, ich muss das Internet nochmal mit dem Hausaufgabenthema langweilen, aber warum soll es Euch besser gehen als uns? Bei uns nimmt das schliesslich auch einen grossen Teil unserer Freizeit ein.

Der Ärger mit den Hausaufgaben kommt ja nicht nur von der schieren Masse. Es frustriert uns auch deren generelle Organisation. Im Dezember - also 3 Monate nach Schulbeginn - erhielten die Eltern der Erstklässler folgenden Brief von der Lehrerin:


Nun kann ich nicht wirklich behaupten, dass das alle meine Fragen beantwortet hätte. Fassen wir mal zusammen:

- Es wird selbstverständlich davon ausgegangen, dass am Wochenende gearbeitet wird.
- Der Wochenplan besteht teilweise aus bis zu 16! Seiten. Wie sollen diese bitte, bei "1-2 Seiten pro Nachmittag", erledigt werden, von denen laut Schule Montagnachmittag hausaufgabenfrei zu sein hat (warum auch immer) und Dienstags ja eh schon nachmittags Schule ist? Ach stimmt, das Wochenende ...
- Jedes Kind muss sich seine Hausaufgaben selbst merken! Über die ganze Woche hinweg - und das ist ja nur Deutsch, von Mathe etc ganz zu schweigen... Das angesprochene Hausaufgabenheft ist da völlig nutzlos, da steht nur selten etwas drin, und wenn, über und untereinander, man kann neue Einträge nicht von alten unterscheiden - so wie es halt aussieht, wenn kleine Analphabeten ein Heft verzieren dürfen.
- Offensichtlich mag die Lehrerin Ausrufezeichen!!!

Ergo: In der ersten Klasse sind die Hausaufgaben so organisiert, dass eine komplette Seite Text nötig ist, sie zu erklären. Diese Erklärung wird aber von beiden Akademikern des Haushalts nicht verstanden.

Und daher freuen wir uns auch schon sehr auf ein klärendes Gespräch mit besagter Lehrerin irgendwann nächste Woche. Wir stecken unsere Ziele niedrig. Wir möchten erreichen, dass Wochenendarbeit die Ausnahme, nicht die Regel wird. Dass Töchterchen auch mal unter der Woche wieder Zeit zum Spielen hat.

Ich würde mir ja noch viel mehr wünschen.
Dass die Schule die Eltern nicht nur als lästiges Übel sieht, mit dem man so wenig wie möglich zu tun haben möchte ("Bitte sprechen Sie keine Lehrer an. Wenn Sie etwas besprechen möchten, rufen Sie im Sekretariat an, dann machen wir einen Termin aus. Bitte begleiten Sie ihre Kinder nicht ins Schulhaus, warten Sie vor der Tür, bis die Kinder heraus kommen.").
Dass die Kids wieder Spass am Lernen kriegen.
Dass in der Schule viel mehr gelesen wird, nicht nur aus der Fibel. Die ist laut Töchterchen nämlich "langweilig" - da ist es doch kein Wunder, dass es Kinder gibt, die weder gut noch gern lesen?

Hehre Wünsche. Aber man wird ja wohl noch träumen dürfen, oder?



Donnerstag, 31. Mai 2012

Damals, achtzehnsechzig...

Ich mag es ja nicht, wenn Leute behaupten, dass früher alles besser war. Trotzdem kann ich nicht umhin, gewisse Vergleiche zwischen damals und heute anzustellen.

Als ich vor gefühlten hundert Jahren in die erste Klasse ging, da lernten wir gleich mit Füller schreiben. Einige wenige beneidete Persönlichkeiten mit Westverwandtschaft waren glückliche Tintenkillerbesitzer und konnten Fehler recht einfach korrigieren. Alle anderen durften das Wort halt durchstreichen und nochmal schreiben. 

Kopierer gab es damals nicht, und Papier war in der DDR auch nicht grade ein Überschussprodukt, daher machte man seine Schreibübungen in kleine A-5-Heftchen. Ich weiss nicht, ob wir in der ersten Klasse überhaupt Hausaufgaben hatten, aber auf jeden Fall waren das Wochenende und die Ferien frei davon. 

Unsere Fibel handelte unter anderem von dem tapferen Grenzsoldaten, der die bösen Kapitalisten von uns fernhält. Die ersten ganzen Worte, die wir schrieben, waren "Seid bereit".

Heute schreiben die Kinder mit Bleistiften, was zumindest bei Töchterchen dazu führt, dass sie wie besessen radiert. Und anspitzt. Man glaubt es kaum, wie schnell so ein Bleistift kinderdaumenkurz werden kann. Eher glaubhaft ist, wie lange es dauern kann, eine Seite zu schreiben, wenn im Schnitt jeder zweite Buchstabe ausradiert und neu geschrieben wird. Nicht weil er falsch war - er war nur nicht perfekt.

Die Arbeitshefte sind wirklich schön, sehr kindgerecht, die Geschichten sind bunt und lustig und handeln von Tieren und Kindern. Viele Übungen darin sind gut gemacht, zum Beispiel als Silbenrätsel getarnt.

Aber das reicht offensichtlich nicht. Die heutige Schule hat kein Interesse daran, Bäume zu erhalten. Zusätzlich zu den 4 Deutsch und 2 Mathe Arbeitsheften werden fleissig eigene Vorlagen erstellt und vervielfältigt. Es ist nicht einfach, über die Masse an losen Blättern den Überblick zu behalten. Vor allem, da man heute nicht mehr von einem Tag auf den nächsten Hausaufgaben aufbekommt, sondern die Erstklässler bereits lernen sollen, sich die Arbeit über die Woche einzuteilen. Soweit ich das sehe, ist die einzige, die dazu erzogen wird, die Mama.

Nein, das ist nicht das Bürgerliche Gesetzbuch.

Es ist auch kein Ordner aus meiner Studentenzeit (vor gefühlten fünfzig Jahren).

Dies ist der Ordner, der Töchterchens Hausaufgaben von September bis März enthält - wohlgemerkt, die erste Klasse. Die oben genannten Arbeitshefte kommen natürlich extra.
Offensichtlich lässt sich diese Menge Papier in der normalen Nachmittagszeit nicht mehr schaffen. Daher sind heute Wochenende und Ferien nicht mehr herrlich frei, sondern werden von der Schule freudig als zusätzliche Arbeitszeiten wahrgenommen. Falls man als Eltern seine Hausaufgaben-Antreib-Pflicht vernachlässigt und etwa am Wochenende mal mit der Familie wegfährt, darf man zwar dem Kind eine Entschuldigung schreiben. Das führt aber nur dazu, dass das Kind dann in der Woche drauf die alten Hausaufgaben zusätzlich zu den neuen machen darf.

Und was bringt das alles? 

Töchterchens anfängliche Schul-Begeisterung ist komplett verflogen. Hausaufgaben, die sie zu Beginn gern und ganz selbständig gemacht hat, gehen jetzt nur noch unter Druck. Konkret heisst das, eine erwachsene Person muss neben ihr sitzen und sie antreiben. "Jetzt noch ein Wort. Jetzt das nächste." Aufgaben werden nach Schema-F erledigt, für selbst-denken fehlt die Zeit und Kraft. 

Und das in der ersten Klasse. Das kann ja heiter werden. Seid Bereit!


Donnerstag, 26. Januar 2012

Random

Die Kinder scheinen beide die Impfung gut überstanden zu haben. Puh, wieder was geschafft!

Ansonsten nicht viel Neues, nur dieses Kunstwerk wollte ich dem Internet nicht vorenthalten:


Die sehr stolze, wenn auch leicht klumpfüßige, Mama

Montag, 31. Oktober 2011

Wenn die Kinder die Eltern überflügeln...

Töchterchen schreibt jetzt bereits schöner, als ich jemals geschrieben habe. Diese Karte ist der Beweis:


Man beachte, dass dieses Kunstwerk ohne jegliche Linien erstellt wurde!

Eine sehr stolze Mama

Dienstag, 18. Oktober 2011

Der Ernst des Lebens

Töchterchen ist ja seit neuestem ein großes Schulkind. Söhnchen findet das alles unheimlich spannend und möchte auch gerne "Schule gehen!" und "Zuckertüte!". So auch heute morgen im Bad. Die große Schwester hört sich das an und spricht dann, mit aller Welterfahrenheit, die ihre sechs Jahre hergeben:

"Brüderchen, so toll ist die Schule nicht. Ich sage nur ein Wort: Hausaufgaben."

Freitag, 14. Oktober 2011

Wie hast du's mit der Religion?

Töchterchen erzählt beim Mittagessen, dass sie sich mit einer ihrer Freundinnen gestritten hat. "Was war denn los, erst vorgestern habt Ihr doch noch schön gespielt", frage ich sie.

"Sie hat gesagt, ich muss an Gott glauben, und ich hab ihr gesagt, das will ich nicht!" kommt die empörte Antwort.

Oh meine Kleine, was für Kriege wurden über dieser Frage gekämpft. Ich erzähle ihr, dass gestandene Männer sich darüber die Köpfe eingeschlagen haben. Und was sagt BE?

"Falls Deine Freundin sagen sollte, dass Du nicht in den Himmel kommst, dann antwortest Du einfach: 'sei froh, dann hast Du mehr Platz!'"