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Montag, 21. Oktober 2019

Und wieder in der Erziehung versagt

Manchmal wird einem ganz klar, dass man voellig in der Erziehung versagt hat. Vor einiger Zeit hatte ich wieder so einen Moment.

Die Kids und ich sind grosse Marvel fans. Und so fuehlte ich mich verpflichtet, meiner Tochter mitzuteilen, dass Chris Pratt geheiratet hat, obwohl ich sonst solche Celebrity News ja eigentlich ablehne.

Sie war gleich interessiert: "Wen denn?"

"Anscheinend eine Tochter von Arnold Schwarzenegger", antwortete ich.

"Arnold Wer?"

Ich sags ja. Vollkommen versagt. Aber Gottseidank kann man solch eklatante Fehler ausbuegeln. Habe dann gleich mal "True Lies" aufs Pflichtfernsehprogramm gesetzt.

Montag, 9. November 2015

Immigration day

In Deutschland ist das Wort "Immigrant" ja eher negativ besetzt. Hier aber begeht sogar die Schule der Kinderchen einen jaehrlichen Immigration Day. Das machen die richtig gut:

- Toechterchen musste als Hausaufgabe einen echten Immigranten recherchieren. Das geht super dank des digitalen Ellis Island Archivs (http://libertyellisfoundation.org/passenger). Ellis Island ist eine Insel vor New York. Zwischen den Jahren 1892 und 1954 wurden dort Millionen von Neuankoemmlingen aus der Alten Welt registriert, bevor sie in die USA einreisen durften. Und dieses gigantische Archiv ist komplett online, man kann nach Namen, verschiedenen Schreibweisen und sogar Schiffen suchen.

- die Kinder ihrer Klasse wurden in verschiedene Grueppchen aufgeteilt, die die verschiedenen Klassen auf einem Schiff darstellen sollen. Also First Class, Unterdeck usw.

- Am Immigration day muessen die Kids dann gemaess ihrer Klasse in entsprechender Kleidung zur Schule kommen und "ihren" Immigranten verkoerpern.

So macht Geschichte richtig Spass! Und ich bin wieder mal voller Ehrfurcht vor dem Mut und der Entschlossenheit der Leute damals, die auf der Suche nach einem besseren Leben alle Bruecken hinter sich abbrachen und sich in eine sehr ungewisse Zukunft begaben. Nur gut, dass damals keiner hier auf die Idee kam, einen grossen Zaun zu errichten...


Mittwoch, 4. November 2015

Der Heimat so nah

Frueher war Auswandern ja noch ein richtiges Abenteuer. Wochenlang auf dem Schiff, und Nachrichten aus der Heimat erreichten einen nur mit grosser Verzoegerung.

Heutzutage ist es ja eher Auswandern light. Man kommt in wenigen Stunden im neuen Land an. Ich lese deutsche Nachrichten online, wenn ich auf Arbeit fahre, hoere ich SWR1 Leute Podcast, dank meiner Handy-Flatrate rufe ich meine Familie und Freunde in Deutschland regelmaessig an. Und sogar deutsche Wurstwaren kann ich mittlerweile kaeuflich erwerben.

Aber etwas entscheidendes hat noch gefehlt. Bis heute. Ab jetzt ist unser Leben in der Diaspora komplett.


Dank der Maus-App auf dem Tablet, die man mittels ChromeCast auf den Fernseher spiegelt, koennen wir jetzt endlich den Klassiker des deutschen Fernsehens wie Millionen andere deutsche Familien zu Hause auf dem Sofa geniessen.

Das Leben ist schoen.

Freitag, 30. Oktober 2015

Und nochmal Halloween

Anlaesslich des hier gross gefeierten Gespensterfestes noch zwei Bildchen, einmal Krispy Kreme doughnuts, die heute eine nette Kollegin auf Arbeit gespendet hat. Die Farben sind wirklich zum Gruseln!


Und dann noch eine wunderhuebsche Karte, die mein allerliebstes Toechterchen fuer mich gemalt hat.


Happy Halloween!

Mittwoch, 30. Oktober 2013

Cruising in Atlanta verboten


Da kann man nur hoffen, dass das Navi funktioniert und man nicht suchend nachts durch die Strassen fahren muss...

Und ja, auf Nachfrage wurde mir erklärt, dass es wohl tatsächlich ein richtiges Problem darstellt, dass die örtliche Jugend mit lauten Motoren nachts immer im Kreis fährt.

Montag, 28. Oktober 2013

Dear parents, there has been an incident at the school...

Habe ich mich in Deutschland darüber beschwert, dass die Schule nicht genügend mit uns Eltern redet, so herrscht hier schon eher eine Kommunikationsüberflut.

Töchterchens Lehrerin ist - natürlich - per Email und Telefon erreichbar. Sie versendet wöchentlich Newsletters, damit man weiss, was gerade gelernt wird, wann welcher Test stattfindet und was an Besonderheiten ansteht. Zusätzlich höre ich einmal die Woche die Stimme der Direktorin, die sich per Telefonbotschaft an die Eltern wendet. Meist geht es um Kleinigkeiten, aber letzte Woche begann sie so:

"Dear Parents, there has been an incident today at the school...."

Bei all den Schul-Amokläufen beschwört dieser Satz sogleich schlimmste Befürchtungen herauf. Auch der nächste Satz beruhigte mich nicht wirklich.

"We want to make it very clear that no child has been harmed at any time." 

Aha, keiner verletzt, aber hätte verletzt werden können? Gottseidank sind meine Kinder bereits wohlbehalten zu Hause!

"As you know, we have still a construction site at our school..." Genau, die reparieren noch immer am Dach rum. Oje, ist etwa einem Kind beinahe ein Ziegelstein auf den Kopf gefallen? 

Weit gefehlt.

Einer der Bauarbeiter verspürte wohl ein menschliches Bedürfnis. Doch anstatt sich in das bereitgestellte Dixie-Klo zu begeben, verrichtete er seine Notdurft an der frischen Luft. Unglücklicherweise in Sichtweite des Spielplatzes. Der war zwar zu diesem Zeitpunkt leer, aber es geht ja hier ums Prinzip. Eine Lehrerin sah die Untat und benachrichtigte die Direktorin.

Die Direktorin rief daraufhin umgehend die Polizei, welche heranbrauste, den Übeltäter in Handschellen legte und abführte.

Die Nachricht endete mit einer weiteren Versicherung, dass kein Kind irgendeinen Harm erfahren hätte und dass selbiger Unhold natürlich nie wieder auf der Schulbaustelle arbeiten würde.

Spätestens jetzt wissen wir wieder, dass wir in Amerika leben. 


PS: Nach einem herzlichen Lachen tat mir der Bauarbeiter auch ein bisschen leid. Ich hoffe, er verliert seinen Job deswegen nicht ganz. Wenn er Pech hat, kann er für öffentliches Urinieren sogar einen Eintrag als Sexualstraftäter kriegen, hat mir später eine andere Mama erzählt. 

Also, liebe Herren der Schöpfung, bitte tut es doch uns Damen nach, wir schaffen es ja auch immer bis zu irgend einem Klo. 


Freitag, 28. Juni 2013

Greenville has Style!

Wenn ich Colorado Springs und Greenville vergleiche, dann zieht Colorado Springs bei Punkten wie "Kultur" und "Stil" eindeutig den Kürzeren. Wenn man in Colorado mal ins Theater oder Museum möchte, dann muss man nach Denver fahren. Und wohin man schaut, sieht man Shorts, Baseball caps und Turnschuhe (oder wahlweise Sandalen/Flipflops).

Bei unserem ersten Spaziergang durch Greenville Downtown fiel mir gleich auf, dass die Mädels hier doch mehr Wert auf ihr Äusseres legen. Viele tragen Röcke/Kleider, von bodenlang bis ultrakurz, 20 Zentimeter hohe Schuhe (auch wenn nicht alle Trägerinnen darin wirklich laufen können), auffällige Ohrringe - es gibt immer etwas zu gucken.

Und jetzt kann sich sogar der Rest der Welt davon überzeugen, bei Greenvilles neustem? Fashion Blog: http://wacavenue.blogspot.com/. Schaut mal rein, es lohnt sich. Ich meine, hübsche Mädels (und Jungs!) vor der tollen Greenville Kulisse, was wollt Ihr mehr?

Und wer mir immer noch nicht glaubt, dass es in Greenville stilvoll zugeht, hier ist der endgültige Beweis:


Der Betreiber des Modeblogs hat mir netterweise erlaubt, seine Bilder direkt zu verlinken.

Montag, 17. Juni 2013

Recycling auf amerikanisch

Amerika gilt nicht gerade als Vorzeigeland, was den Umweltschutz angeht. Aber auch hier kann man mittlerweile recyceln!

Unsere Neighborhood liegt ausserhalb der eigentlichen Stadtgrenze, damit werden wir nicht mehr von der städtichen Müllabfuhr versorgt, sondern können uns aus den örtlichen Anbietern einen aussuchen. Da uns die im Haushalt anfallenden Müllmengen doch mit Schaudern erfüllen, suchten wir natürlich nach einer Müllabfuhr, die auch Recyclen anbietet. Das Kriterium reduzierte die Auswahl schon mal auf zwei.

Die freundliche Angestellte von Waste Management erklärte mir am Telefon, dass sie uns neben unser 96 Gallon! Mülltonne gerne auch eine Recycling-Tonne zur Verfügung stellen würde, allerdings kostet das extra. Ja, man zahlt extra, damit man Müll dem Wertstoffkreislauf wieder zuführen darf. Mein deutsches grünes Gewissen erlaubte mir natürlich nicht, darauf zu verzichten, also meldete ich uns an. Nur um später übrigens festzustellen, dass die nette Dame es geschafft hat, unser beider Vornamen sowie unseren Nachnamen falsch zu schreiben :-).

Trotzdem sind wir nun stolze Besitzer einer riesigen Mülltonne (ich erzählte dem Besten Ehemann: "die ist riesig, da pass ich ganz rein" und er guckte etwas merkwürdig und meinte "da bringst Du mich auf eine Idee...")  und eines kleinen grünen Körbchens, in das wir ab jetzt unser Recycling-Material legen dürfen. Allerdings ist mir noch nicht so ganz klar, was ich tatsächlich hineintun darf. Glas, Dosen, Papier ja. Aber beim Plastik, da wirds kompliziert. Da hängt es nämlich vom Standort ab, was die jeweilige Recycling-Station akzeptiert. Ich habe nun sozusagen auf Verdacht Plastikwasserflaschen und die riesigen Milch-Gallon-Behälter in das Körbchen gequetscht und warte gespannt auf Mittwoch, wenn die Kiste das erste Mal abgeholt wird. Ich berichte!

Donnerstag, 6. Juni 2013

Service country

Natürlich wissen alle, dass Deutschland die Servicewüste und Amerika das gelobte Kundenland ist. Das sind logisch Stereotypen, aber gestern erlebte ich eine solch wunderbare Dienstleistung, dass es selbst mir als alte Amerikanerin die Sprache verschlug.

Auf der Jagd nach Lebensmitteln betrat ich einen Supermarkt der "Publix" Kette. Der erste Eindruck schon mal sehr gut, alles sieht appetitlich aus, es ist klar beschildert, die Lebensmittelpreise sind zwar auch hier deutlich teurer als in Deutschland, aber immerhin finde ich tatsächlich nicht-fettfreie Joghurts (was echt schwierig ist!), 10 Stück für 10 Dollar. Ein paar Regale weiter glaube ich meinen Augen nicht zu trauen - sie haben Dinkelbrot! Super, dann muss ich schon nicht ständig selbst backen! Damit hätten sie mich schon gehabt, aber es sollte noch besser kommen.

Wie in allen amerikanischen Läden werden die Taschen vom Ladenpersonal gepackt. Das ist also nix Neues. Überraschender fand ich, dass mir, kaum näherte ich mich der Kasse, schon ein Bürschchen entgegen sprang und mit einem freundlichen "Ma'am*, let me help you" meinen Wageninhalt aufs Band stapelte.

Nach erfolgtem Einkauf wollte ich den Wagen zum Auto schieben (das freundliche Angebot des Verkäufers, mir auch das abzunehmen, lehnte ich natürlich ab, ich bin ja noch keine Achtzig!). Beim Ausgang angekommen entleerte sich aber gerade ein sintflutartiger Wolkenbruch über South Carolina.

Und jetzt kommts: die Publix Leute reichten den Einkäufern, die nicht warten wollten, einen Schirm, zogen sich eine Regenjacke über und schoben den Wagen durch 1000 Liter Wasser zum Auto der Kundschaft, wo sie die Güter in den Kofferraum luden, während die Kundschaft halbwegs trocken sich ins Auto setzen konnte.

Wow.

PS: Mir taten die Jungs echt leid, drum wartete ich stoisch auf leichteren Regen.

*Warum fühle ich mich gleich um 20 Jahre älter, wenn mich einer mit "Ma'am" anredet?

Mittwoch, 5. Juni 2013

Einundzwanzig, zweiundzwanzig...

Letzten Freitag begann der beste Ehemann zu arbeiten. Naja, was man so arbeiten nennt bei einer neuen Stelle. Erstmal musste er eine Orientation Class über sich ergehen lassen. Die bestand aus 300 PowerPoint slides, in denen den Neulingen erklärt wurde, wie die Firma so läuft.

Warum 300? Naja, die Erklärung beschäftigte sich mit allen möglichen Situationen, die im Arbeitsleben so auftreten können. Dabei wurde auch "Harrassment", also Belästigung am Arbeitsplatz abgehandelt. Die Empfehlung? Körperliche Berührungen tunlichst zu unterlassen. Aber da in der amerikanischen Kultur Handschlag durchaus üblich ist, wurde hierfür empfohlen, diesen nicht länger als drei Sekunden dauern zu lassen.