Da will man sich nach überstandenem Umzug endlich gemütlich zurücklehnen... aber sowas geht ja bei uns gar nicht. Und um uns mal so richtig Feuer unterm Hintern zu machen, hat Murphy zugeschlagen und uns in der Greencard Lotterie gewinnen lassen!!!
Seit fast 10 Jahren nehmen wir daran teil. Und jetzt, wo wir in ein geniales Haus gezogen sind mit Riesengarten, in einer der beliebtesten Freizeit- und Urlaubsregionen Deutschlands, wo wir in selbiges Haus einen Haufen Geld gesteckt haben - naja, offensichtlich konnte Murphy da nicht widerstehen.
Amerika, wir kommen!*
Daneben verblassen die dieswöchentlichen Errungenschaften unserer Kinder:
- Söhnchen: hat zum ERSTEN Mal seinen Namen gesagt :-)
- Töchterchen: wurde zum ERSTEN Mal genäht :-(
* Ganz so einfach ist das leider nicht. Man gewinnt nämlich nur das Privileg, die Greencard zu beantragen. Heute wird der Papierkram nach Kentucky geschickt. In 8-10 Monaten dürfen wir dann zum Interview ins Konsulat in Frankfurt. Wenn alles glatt geht, können wir in einem Jahr die Greencard aktivieren. Und bis dahin drücken wir mal fest die Daumen, dass die amerikanische Wirtschaft die Kurve kriegt!
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Dienstag, 2. August 2011
Dienstag, 29. Dezember 2009
Glücksjahr 2009
Ich werde übermorgen, also am letzten Tage des Jahres 2009, eine Flasche des besten Lidl-Champagners öffnen, um das Ende eines unserer schlimmeren Jahre zu feiern.
Aber vielleicht seh ich das ja auch alles falsch. Vielleicht hatten wir auch einfach super viel Glück dieses Jahr. Mal sehen:
- Am 7. Januar überlebte Töchterchen einen Schlittenunfall, bei dem sie sich einen Schädelbruch zuzog. Glücklicherweise floss das Blut nach aussen (resultierend in einem ziemlich furchtbar zugeschwollenen blauen Auge) und nicht nach innen, es kam also zu keiner Hirnverletzung und keinen langfristigen Schäden. Das Auge sieht mittlerweile wieder ganz normal aus und dank Osteopathie ist es wieder genauso groß wie das andere Auge.
- Im März führte ein Leck in der Gasleitung glücklicherweise nicht dazu, das Haus in die Luft zu sprengen. Wäre selbiges Leck 2 Tage später aufgetreten, wären wir 4 Tage bei meiner Mutter gewesen, das Haus wäre schön voller Gas gelaufen und wir hätten als erstes beim Heimkommen das Licht angemacht... Ausserdem führte das Leck dazu, dass BE den Füllstand kontrollierte und ihn dann recht panisch auffüllen lies :-).
- Im April durften wir einen Notfallhubschraubereinsatz live und in Farbe miterleben, als Töchterchen auf eine Nuss allergisch reagierte. Zum Glück schwollen nur ihre Nasenschleimhäute zu, die Schwellung bezog sich aufs Gesicht und ging nicht auf den Hals über.
- Im Mai begann ich mein Selbststudium in Allergologie und Ernährungskunde, ausgelöst durch Söhnchens sich ständig verschlimmernde Neurodermitis. Es ist doch immer gut, sich weiterzubilden. Ausserdem erweiterte seine Krankheit meinen Bekanntenkreis ungemein, es ist immer wieder schön, auf sein Gesicht angesprochen zu werden. Aber ernsthaft, ohne seine ND hätte ich einige tolle Frauen nicht kennengelernt.
- Im Juli starb meine Oma. Selbst dies ist vielleicht ein Glücksfall, blieben ihr vielleicht Jahre als bettlägeriger Pflegefall erspart. Oma, ich glaub fest daran, dass Du jetzt ein Stern bist und auf uns alle niederlächelst.
- Auf der Heimfahrt von der Beerdigung bekam ich eine Hauptrolle in einem bayrischen Film, gesponsort von der Polizei. Die Rolle stellte sich aber im nachhinein als ziemlich kostspielig heraus, 4 Wochen Führerscheinentzug und 270 Euro, nur weil ich bei 150 kmh einen Mercedes freundlich darauf hinweisen wollte, die Spur zu wechseln, und um mein Ansinnen deutlich zu machen, ich auf 17 Meter rangefahren war. Es hätte schliesslich wesentlich schlimmer kommen können, in der Schweiz hätte das gleiche Vergehen 3 Monate Führerschein gekostet. Ausserdem konnte ich glücklicherweise den Führerschein abgeben, als ich mit Söhnchen in der Spezialklinik Neukirchen weilte, und wer braucht den schon im tiefsten Bayern?
- Und damit sich der BE nicht übergangen fühlt, entwickelte sich im November ein Leberfleck bei ihm zu einem Abszess, den nichtmal unsere Hausärztin aufschneiden wollte, da musste ein Chirurg her. Als echter Mann lehnte er übrigens die Vollnarkose ab, die ihm angeboten wurde. Und weil einmal ja keinmal ist, entzündeten sich 4 Wochen später die beiden Nachbarflecke auch noch. Da werden wir sicher im nächsten Jahr auch noch unseren Spass haben!
Alles in allem war es also ein glückliches, wenn auch ereignisreiches Jahr. Immerhin leben wir noch! Naja, fast alle. Und sind fast alle gesund. Und sind zusammen.
Wie auch immer, ich werde übermorgen wohl meinen Lieblingstoast ausbringen, ein Zitat aus Tucholskys "Schloß Gripsholm":
Aber vielleicht seh ich das ja auch alles falsch. Vielleicht hatten wir auch einfach super viel Glück dieses Jahr. Mal sehen:
- Am 7. Januar überlebte Töchterchen einen Schlittenunfall, bei dem sie sich einen Schädelbruch zuzog. Glücklicherweise floss das Blut nach aussen (resultierend in einem ziemlich furchtbar zugeschwollenen blauen Auge) und nicht nach innen, es kam also zu keiner Hirnverletzung und keinen langfristigen Schäden. Das Auge sieht mittlerweile wieder ganz normal aus und dank Osteopathie ist es wieder genauso groß wie das andere Auge.
- Im März führte ein Leck in der Gasleitung glücklicherweise nicht dazu, das Haus in die Luft zu sprengen. Wäre selbiges Leck 2 Tage später aufgetreten, wären wir 4 Tage bei meiner Mutter gewesen, das Haus wäre schön voller Gas gelaufen und wir hätten als erstes beim Heimkommen das Licht angemacht... Ausserdem führte das Leck dazu, dass BE den Füllstand kontrollierte und ihn dann recht panisch auffüllen lies :-).
- Im April durften wir einen Notfallhubschraubereinsatz live und in Farbe miterleben, als Töchterchen auf eine Nuss allergisch reagierte. Zum Glück schwollen nur ihre Nasenschleimhäute zu, die Schwellung bezog sich aufs Gesicht und ging nicht auf den Hals über.
- Im Mai begann ich mein Selbststudium in Allergologie und Ernährungskunde, ausgelöst durch Söhnchens sich ständig verschlimmernde Neurodermitis. Es ist doch immer gut, sich weiterzubilden. Ausserdem erweiterte seine Krankheit meinen Bekanntenkreis ungemein, es ist immer wieder schön, auf sein Gesicht angesprochen zu werden. Aber ernsthaft, ohne seine ND hätte ich einige tolle Frauen nicht kennengelernt.
- Im Juli starb meine Oma. Selbst dies ist vielleicht ein Glücksfall, blieben ihr vielleicht Jahre als bettlägeriger Pflegefall erspart. Oma, ich glaub fest daran, dass Du jetzt ein Stern bist und auf uns alle niederlächelst.
- Auf der Heimfahrt von der Beerdigung bekam ich eine Hauptrolle in einem bayrischen Film, gesponsort von der Polizei. Die Rolle stellte sich aber im nachhinein als ziemlich kostspielig heraus, 4 Wochen Führerscheinentzug und 270 Euro, nur weil ich bei 150 kmh einen Mercedes freundlich darauf hinweisen wollte, die Spur zu wechseln, und um mein Ansinnen deutlich zu machen, ich auf 17 Meter rangefahren war. Es hätte schliesslich wesentlich schlimmer kommen können, in der Schweiz hätte das gleiche Vergehen 3 Monate Führerschein gekostet. Ausserdem konnte ich glücklicherweise den Führerschein abgeben, als ich mit Söhnchen in der Spezialklinik Neukirchen weilte, und wer braucht den schon im tiefsten Bayern?
- Und damit sich der BE nicht übergangen fühlt, entwickelte sich im November ein Leberfleck bei ihm zu einem Abszess, den nichtmal unsere Hausärztin aufschneiden wollte, da musste ein Chirurg her. Als echter Mann lehnte er übrigens die Vollnarkose ab, die ihm angeboten wurde. Und weil einmal ja keinmal ist, entzündeten sich 4 Wochen später die beiden Nachbarflecke auch noch. Da werden wir sicher im nächsten Jahr auch noch unseren Spass haben!
Alles in allem war es also ein glückliches, wenn auch ereignisreiches Jahr. Immerhin leben wir noch! Naja, fast alle. Und sind fast alle gesund. Und sind zusammen.
Wie auch immer, ich werde übermorgen wohl meinen Lieblingstoast ausbringen, ein Zitat aus Tucholskys "Schloß Gripsholm":
Und jetzt hoffe ich nur, diesen Einträg nicht noch verlängern zu müssen!!!
'Das war jene friesische Bauerntochter gewesen, die im Dreißigjährigen Kriege von den Landsknechten an den Tisch gezerrt wurde; sie hatten alles ausgeräubert, den Weinkeller und die Räucherkammer, die Obstbretter und den Wäscheschrank, und der Bauer stand daneben und rang die Hände. Roh hatten sie das Mädchen herbeigeholt -- he! da stand sie, trotzig und gar nicht verängstigt. Sie sollte einen Trinkspruch ausbringen! Und warfen dem Bauern eine Flasche an den Kopf und drückten ihr ein volles Glas in die Hand.
Da hob Martje Flor Stimme und Glas, und es wurde ganz still in dem kleinen Zimmer, als sie ihre Worte sagte, und alle Niederdeutschen kennen sie.
»Up dat et uns wohl goh up unsre ohlen Dage --!« sagte sie.'
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Freitag, 9. Januar 2009
Zerbrechlich
Vor drei Wochen haben wir im örtlichen Fotostudio professionelle Aufnahmen unserer Kiddos machen lassen. Ich schau mir die Bilder von meiner Tochter an und auf einmal wird mir klar: fast wäre mir nichts geblieben als diese letzten Bilder von ihr.
Wie gefährlich ist Schlitten fahren? Antwort: Schädelbruch. Mein Mann hat mir erzählt, dass als er sah, wie sie gegen den einzigen Baum auf dem ganzen Hang prallte, er mit dem Schlimmsten gerechnet hat.
Wir haben, anscheinend, noch Glück im Unglück. Keine Gehirnschwellung und auch keine Blutung nach innen. Das Blut lief nach aussen - ihr rechtes Auge sieht ganz furchtbar aus, völlig zugeschwollen und tief lila. Sie schaut mich aus ihrem gesunden Auge an, ihr wunderschönes blaues Auge mit den langen Wimpern, und auf der anderen Seite ist da dieser riesige, geschwollene lila Fleck, ihr Augenlid.
Die gute Nachricht ist, dass sie schon nach einem Tag sie wieder ihr energiegeladenes Selbst war. Gehirnerschütterung hin oder her, man hätte sie anbinden müssen, um sie im Bett zu halten. Morgen kommt sie nach Hause - und dann müssen wir ihr gefahrlose Möglichkeiten geben, Energie loszuwerden. Theoretisch darf sie alles machen - aber jeder weitere Schlag auf den Kopf kann fatal sein, da das Narbengewebe, das sich gebildet hat, verhindern könnte, dass Blut nach aussen abfliesst.
Wie packt man eine energiegeladene Dreijährige in Watte?
Was für eine merkwürdige Zusammenrottung von Zufällen diesen Unfall vorbereitet hat. Unsere Vormieter haben uns ihren Lenkschlitten dagelassen - mit unserem alten Holzmodell hätte sie nur geradeaus fahren können, wo der Baum NICHT war. Wir wussten bis zu diesem Tag noch nicht mal, wo hier ein Schlittenhang ist - ich hab meinem Mann geraten, seinen Kollegen, der aus diesem Dorf hier stammt, anzurufen. Und last but not least hat mein Mann sie extra etwas abseits fahren lassen, damit sie den anderen Kindern nicht in die Quere kommt.
Ein verdammter Schädelbruch beim Schlittenfahren!
Mein kleiner Sohn war in den sieben Wochen seines jungen Lebens schon öfter im Krankenhaus als ich in den letzten sieben Jahren.
Können wir bitte mit dem Mist aufhören? Bloss, weil ich ein Blog angefangen habe, will ich nicht unbedingt soviel Interessantes erleben. Mir wärs viel lieber, ich könnte mich darauf beschränken, mein Lieblings-Muffin-Rezept zu posten.
Meine wunderbare, zerbrechliche kleine Tochter. Werde schnell wieder gesund. Krieg einen Dickschädel wie Deine Mama. Bleib bei uns. Bleib bei uns. (Söhnchen, das gleiche gilt für Dich!)
Wie gefährlich ist Schlitten fahren? Antwort: Schädelbruch. Mein Mann hat mir erzählt, dass als er sah, wie sie gegen den einzigen Baum auf dem ganzen Hang prallte, er mit dem Schlimmsten gerechnet hat.
Wir haben, anscheinend, noch Glück im Unglück. Keine Gehirnschwellung und auch keine Blutung nach innen. Das Blut lief nach aussen - ihr rechtes Auge sieht ganz furchtbar aus, völlig zugeschwollen und tief lila. Sie schaut mich aus ihrem gesunden Auge an, ihr wunderschönes blaues Auge mit den langen Wimpern, und auf der anderen Seite ist da dieser riesige, geschwollene lila Fleck, ihr Augenlid.
Die gute Nachricht ist, dass sie schon nach einem Tag sie wieder ihr energiegeladenes Selbst war. Gehirnerschütterung hin oder her, man hätte sie anbinden müssen, um sie im Bett zu halten. Morgen kommt sie nach Hause - und dann müssen wir ihr gefahrlose Möglichkeiten geben, Energie loszuwerden. Theoretisch darf sie alles machen - aber jeder weitere Schlag auf den Kopf kann fatal sein, da das Narbengewebe, das sich gebildet hat, verhindern könnte, dass Blut nach aussen abfliesst.
Wie packt man eine energiegeladene Dreijährige in Watte?
Was für eine merkwürdige Zusammenrottung von Zufällen diesen Unfall vorbereitet hat. Unsere Vormieter haben uns ihren Lenkschlitten dagelassen - mit unserem alten Holzmodell hätte sie nur geradeaus fahren können, wo der Baum NICHT war. Wir wussten bis zu diesem Tag noch nicht mal, wo hier ein Schlittenhang ist - ich hab meinem Mann geraten, seinen Kollegen, der aus diesem Dorf hier stammt, anzurufen. Und last but not least hat mein Mann sie extra etwas abseits fahren lassen, damit sie den anderen Kindern nicht in die Quere kommt.
Ein verdammter Schädelbruch beim Schlittenfahren!
Mein kleiner Sohn war in den sieben Wochen seines jungen Lebens schon öfter im Krankenhaus als ich in den letzten sieben Jahren.
Können wir bitte mit dem Mist aufhören? Bloss, weil ich ein Blog angefangen habe, will ich nicht unbedingt soviel Interessantes erleben. Mir wärs viel lieber, ich könnte mich darauf beschränken, mein Lieblings-Muffin-Rezept zu posten.
Meine wunderbare, zerbrechliche kleine Tochter. Werde schnell wieder gesund. Krieg einen Dickschädel wie Deine Mama. Bleib bei uns. Bleib bei uns. (Söhnchen, das gleiche gilt für Dich!)
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