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Freitag, 5. Oktober 2012

Von Wespen und Läusen

Irgendwann im Sommer sah ich, dass Wespen sich wohl ein Nest im Mauergestein unterm Dach gebaut hatten, zumindest flogen sie da eifrig in einem Spalt auf 3 Meter Länge ein und aus. Da man das Dach hätte abdecken und die Mauer aufschlagen müssen Da ich ein friedlicher und naturliebender Mensch bin, liessen wir die Wespen leben und erfreuten uns einer mehr oder weniger friedlichen Koexistenz. Na gut, eine stach mich mal in den Nacken, als ich nichts böses ahnend am Computer arbeitete, aber Revoluzzer gibt es halt überall.

Der Herbst kam heran und wir hatten die Wespen mittlerweile schon ganz vergessen, als ich gestern Söhnchen zum Mittagsschlaf hinlegen wollte und ein auffälliges Gesumm und Gebrumm hörte. Ich blickte nach oben, zum Dachfenster, wo sich mir ein Hitchcock-Bild darbot. Bestimmt fünfzig Wespen krabbelten und flogen am Fenster. Im Kinderzimmer!

Mir war sofort klar, was passiert war: die Wespen waren der Wärme gefolgt und hatten sich durch das Holz und Mauerwerk gefressen, bis sie im Kinderzimmer landeten. Oje.

Der Geruhsamste Ehemann, mit dieser überraschenden Tatsache konfrontiert, erkannte gleich, dass ich Aktionismus von ihm einforderte und meinte daher gemütlich, da hätte wohl jemand ein Fenster aufgelassen. Wie bitte?

Wie meistens, behielt ich recht. Obwohl alle Wespen des Tages im Staubsauger endeten, setzten neue Mitglieder des Schwarms die Invasion am nächsten Tag fort. Da der NichtGanzBesteEhemann auf Arbeit weilte und praktischerweise auch sein Handy zu Hause liegen gelassen hatte, und weil ich ja sooooo viel Zeit habe, ich bin ja eh da, hängte ich mich ans Telefon und versuchte, einen Spezialisten dazu zu bewegen, jetzt gleich und sofort unserer Wespenplage Herr zu werden. Das Ergebnis? Man kaufe ein Insektenspray und sprühe die Balken von innen und aussen ein, das würde dann zumindest das Krabblerproblem für dieses Jahr erledigen. Dass man das Problem damit nur auf den Frühling verschiebt, wenn die überwinterte Königin neu loslegt... Und dass so ein Zeuch weder für Wespen noch für Kinder gesund ist...

Aber keine Sorge. Noch leben sowohl Wespen als Kinder, da der Gemütlichste Ehemann gestern abend wegen des Regens und heute morgen wegen des Vergessens nicht aufs Dach klettern konnte. Und im Kinderzimmer selber, da sind wir uns einig, wird kein Insektengift versprüht. Also bleiben die Wespen noch ein paar Tage länger Thema bei uns.

Und weil ein Krabbeltier selten allein kommt und mein Tag noch nicht aufregend genug war, erfuhr ich beim abendlichen Elternabend, dass seit Februar in Töchterchens Klasse immer wieder Läuse auftreten und zwar NUR in ihrer Klasse, ergo muss es ein oder mehrere Kinder geben, die nichtsahnend diese Läuse immer wieder weitergeben. Anscheinend geht Lausbefall nicht immer mit Kopfkratzen einher, und "normaler" Befall sind gerade mal 10 Läuse, und die sind wirklich superklein und hellbraun, ganz schlecht sichtbar, können einem also wirklich leicht durch die Lappen gehen. Ich weiss es jetzt, eine Mama hat ein Blatt mit zwei Exemplaren drauf mitgebracht.

Brrrrr. Und jetzt kann ich leider nicht mehr tippen, mich juckts!




Dienstag, 29. Dezember 2009

Glücksjahr 2009

Ich werde übermorgen, also am letzten Tage des Jahres 2009, eine Flasche des besten Lidl-Champagners öffnen, um das Ende eines unserer schlimmeren Jahre zu feiern.

Aber vielleicht seh ich das ja auch alles falsch. Vielleicht hatten wir auch einfach super viel Glück dieses Jahr. Mal sehen:

- Am 7. Januar überlebte Töchterchen einen Schlittenunfall, bei dem sie sich einen Schädelbruch zuzog. Glücklicherweise floss das Blut nach aussen (resultierend in einem ziemlich furchtbar zugeschwollenen blauen Auge) und nicht nach innen, es kam also zu keiner Hirnverletzung und keinen langfristigen Schäden. Das Auge sieht mittlerweile wieder ganz normal aus und dank Osteopathie ist es wieder genauso groß wie das andere Auge.

- Im März führte ein Leck in der Gasleitung glücklicherweise nicht dazu, das Haus in die Luft zu sprengen. Wäre selbiges Leck 2 Tage später aufgetreten, wären wir 4 Tage bei meiner Mutter gewesen, das Haus wäre schön voller Gas gelaufen und wir hätten als erstes beim Heimkommen das Licht angemacht... Ausserdem führte das Leck dazu, dass BE den Füllstand kontrollierte und ihn dann recht panisch auffüllen lies :-).

- Im April durften wir einen Notfallhubschraubereinsatz live und in Farbe miterleben, als Töchterchen auf eine Nuss allergisch reagierte. Zum Glück schwollen nur ihre Nasenschleimhäute zu, die Schwellung bezog sich aufs Gesicht und ging nicht auf den Hals über.

- Im Mai begann ich mein Selbststudium in Allergologie und Ernährungskunde, ausgelöst durch Söhnchens sich ständig verschlimmernde Neurodermitis. Es ist doch immer gut, sich weiterzubilden. Ausserdem erweiterte seine Krankheit meinen Bekanntenkreis ungemein, es ist immer wieder schön, auf sein Gesicht angesprochen zu werden. Aber ernsthaft, ohne seine ND hätte ich einige tolle Frauen nicht kennengelernt.

- Im Juli starb meine Oma. Selbst dies ist vielleicht ein Glücksfall, blieben ihr vielleicht Jahre als bettlägeriger Pflegefall erspart. Oma, ich glaub fest daran, dass Du jetzt ein Stern bist und auf uns alle niederlächelst.

- Auf der Heimfahrt von der Beerdigung bekam ich eine Hauptrolle in einem bayrischen Film, gesponsort von der Polizei. Die Rolle stellte sich aber im nachhinein als ziemlich kostspielig heraus, 4 Wochen Führerscheinentzug und 270 Euro, nur weil ich bei 150 kmh einen Mercedes freundlich darauf hinweisen wollte, die Spur zu wechseln, und um mein Ansinnen deutlich zu machen, ich auf 17 Meter rangefahren war. Es hätte schliesslich wesentlich schlimmer kommen können, in der Schweiz hätte das gleiche Vergehen 3 Monate Führerschein gekostet. Ausserdem konnte ich glücklicherweise den Führerschein abgeben, als ich mit Söhnchen in der Spezialklinik Neukirchen weilte, und wer braucht den schon im tiefsten Bayern?

- Und damit sich der BE nicht übergangen fühlt, entwickelte sich im November ein Leberfleck bei ihm zu einem Abszess, den nichtmal unsere Hausärztin aufschneiden wollte, da musste ein Chirurg her. Als echter Mann lehnte er übrigens die Vollnarkose ab, die ihm angeboten wurde. Und weil einmal ja keinmal ist, entzündeten sich 4 Wochen später die beiden Nachbarflecke auch noch. Da werden wir sicher im nächsten Jahr auch noch unseren Spass haben!

Alles in allem war es also ein glückliches, wenn auch ereignisreiches Jahr. Immerhin leben wir noch! Naja, fast alle. Und sind fast alle gesund. Und sind zusammen.

Wie auch immer, ich werde übermorgen wohl meinen Lieblingstoast ausbringen, ein Zitat aus Tucholskys "Schloß Gripsholm":

'Das war jene friesische Bauerntochter gewesen, die im Dreißigjährigen Kriege von den Landsknechten an den Tisch gezerrt wurde; sie hatten alles ausgeräubert, den Weinkeller und die Räucherkammer, die Obstbretter und den Wäscheschrank, und der Bauer stand daneben und rang die Hände. Roh hatten sie das Mädchen herbeigeholt -- he! da stand sie, trotzig und gar nicht verängstigt. Sie sollte einen Trinkspruch ausbringen! Und warfen dem Bauern eine Flasche an den Kopf und drückten ihr ein volles Glas in die Hand.

Da hob Martje Flor Stimme und Glas, und es wurde ganz still in dem kleinen Zimmer, als sie ihre Worte sagte, und alle Niederdeutschen kennen sie.
»Up dat et uns wohl goh up unsre ohlen Dage --!« sagte sie.'
Und jetzt hoffe ich nur, diesen Einträg nicht noch verlängern zu müssen!!!

Montag, 20. April 2009

Wie man ganz leicht zum Topthema der Nachbarn wird

Der aufmerksame Leser (lach, also wohl nur ich) wird festgestellt haben, dass ich schon eine Weile nicht gepostet habe. Neben den üblichen Gründen (keine Zeit, keine Zeit, keine Zeit) hab ich noch eine sehr gute Entschuldigung: Aberglauben. Eine Weile war ich mir wirklich nicht sicher, kann es sein, dass die "interessanten" Geschehnisse (aka Beinahe-Katastrophen (BK)) uns erst heimsuchen, seit dem ich diesen Blog schreibe? Aber gestern wurde ich dahingehend beruhigt: die neuste BK erreichte uns, obwohl ich dem Bloggen schon seit Wochen ferngeblieben war.

Wir bleiben das Gespräch der Nachbarschaft. Ist ja auch nicht verwunderlich, wenn extra wegen uns ein Hubschrauber einfliegt. Und das an einem friedlichen, sonnigen Morgen. Naja, der Notarzt meinte auch, er wäre uns nicht böse, an so einem Tag fliegt man gerne.

Was war los? Töchterchen hat eine Nuss gegessen, aus einer Tüte "Edelnussmischung" mit Haselnüssen, Walnüssen, Cashews und Paranüssen. Die Paras hab ich schon vorsorglich rausgenommen, die bekommen mir ja auch nicht, und hab sie an den Besten Ehemann (BE) verfüttert. Jedenfalls isst Töchterchen eine Nuss, sagt auf einmal, die schmecken nicht, geht Richtung Müll zum Ausspucken, aber schafft es nicht mal bis dahin bevor ihr das ganze Frühstück aus dem Gesicht fällt. Da waren wir ja noch ganz cool, haben sie in die Badewanne gesteckt zum Saubermachen und Beruhigen. Das Beruhigen ist aber zumindest bei mir spätestens dann in Panik umgeschlagen, als sie auf einmal rot und aufgedunsen im Gesicht wurde und sie keine Luft mehr durch die Nase bekam...

Also 112 angerufen. 3 Minuten später war ein Ersthelfer da. Und dann kam der Hubschrauber, mit zwei Ärzten. Und dann der Rettungswagen, mit drei Leuten. Und dann war eigentlich schon alles wieder gut. Anscheinend hat das schnelle Erbrechen Schlimmeres verhindert.

Jetzt sind wir halt am Rätseln. Seit wann ist sie allergisch gegen Nüsse? Oder waren es doch Rückstände von den Paras? Oder ist es eine Kreuzallergie, schliesslich ist grad Frühling? Oder etwa eine Folge ihrer Masernimpfung im Februar? Na, ich sehe noch viele Arztbesuche vor mir.

Und was hat Töchterchen gesagt, als endlich alle wieder gegangen sind?

Mama: Komm rein, Liebes, und mach die Türe zu, es wird kalt.
Töchterchen: Vielleicht kommt ja noch jemand?

Ach ja, und im Kindergarten ist grad Scharlach. 2009 ist nicht unser Jahr.

Freitag, 13. Februar 2009

Krank

Es kehrt keine Ruhe bei uns ein. Jetzt hat uns der diesjährige Grippevirus erwischt. Was heisst "uns", Töchterchen ist grade dran. Es ist eine sehr merkwürdige Grippe. Letzte Woche fing es an mit einem leichten Husten, drei Tage später klagte sie über Ohrenschmerzen (die wir mit Zwiebelsaft erfolgreich kurieren konnten) und gestern hatte sie plötzlich über 40 Grad Fieber. Das Fieber ist heute morgen runter, Gottseidank. Zu ihrer grossen Freude kann sie heute soviel Fernsehen schauen wie sie möchte. Dann werden wir wohl heute die Heidi-Serie zu Ende schauen...

Söhnchen hat nur einen Schnupfen und scheint auch schon über den Berg zu sein. Nur leider ist der gute Nachtschlaf erstmal wieder verschwunden, er wacht jetzt regelmässig um vier auf. Das wär ja nicht so schlimm, wenn Töchterchen nicht schon vorher bei uns im Bett gelandet wäre und dort die Nacht zum Tage macht. Naja, irgendwann müssen wir ja mal wieder gesund sein. Obwohl gestern schon der Beste Ehemann von Allen andeutete, dass nun er...

Und wer pflegt mich? Seufz...