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Donnerstag, 8. Oktober 2015

Die Diebe sind unter uns!

Unsere Neighborhood hat eine Facebook-Gruppe, was sehr praktisch ist, wenn man zum Beispiel einen entlaufenen Hund gefunden und den Besitzer herausfinden moechte. Oder wenn es die jaehrliche Nachbarschaftsfeier im Club House gibt.

Seit mehreren Wochen gab es immer mal wieder Eintraege von Nachbarinnen, dass jemand ihnen die Deko von der Veranda geklaut hat. Herbst ist Deko-Zeit hier - erstmal Pumpkins und Herbstkraenze, und in ein bis zwei Wochen duerfte die Halloween Deko uebernehmen, um dann kurz darauf von der Weihnachtsdeko abgeloest zu werden. Mir gefaellt meine Neighborhood sehr gut und es ist immer huebsch, die verschiedenen Sachen vor den Haeusern zu sehen.

Natuerlich sind die Teile normalerweise nicht besonders wertvoll, aber den Eintraegen war doch zu entnehmen, dass zumindest ein emotionaler Wert dahinterstand. Manche waren Erbstuecke von Mutter oder Grossmutter. Mal ganz davon abgesehen, dass es ja schon ein bisschen Angst macht zu wissen, dass sich jemand mitten in der Nacht auf Deiner Veranda herumtreibt...

Vor einigen Tagen teilte dann jemand ein Foto, das eine Ueberwachungskamera von dem Uebeltaeter gemacht hatte. Oder eher Uebeltaeterin. Weiss, mittleren Alters. Grosses Spekulieren folgte. Wer war die Frau? Warum klaute sie wie ein Rabe? Verkaufte sie die Sachen auf dem Flohmarkt? Jemand fand heraus, dass auch andere Neighborhoods in der Naehe betroffen waren. Wer war die mysterioese Person?

Gestern schlug die naechste Nachricht ein wie eine Bombe. Jemand lud ein Foto hoch von einem Garten in unserer Nachbarschaft - mit der Beschriftung: "Die Adresse ist ... Und das ist meine Eule!"

Nicht lange danach (wir wurden alle durch eine auskunftsfreudige Nachbarin des besagten Gartens im Fuenfminutentakt von den Geschehnissen informiert) erschien die Polizei. Nach langer und wohl auch lauter Diskussion nahmen sie die Frau in der gruenen Minna mit.

Wie dumm - oder verrueckt - muss man sein, um erstens Dekoartikel zu klauen (wohlgemerkt, im tiefen Sueden Amerikas, wo jeder eine Knarre hat und sicher nicht erfreut ist, jemanden im Dunkeln auf seiner Veranda zu entdecken) und dann zweitens selbige vorm eigenen Haus zu drapieren?

Eigentlich ziemlich traurig, das ganze. Vor allem, wenn man weiss, dass die Frau einen Teenager und eine Tochter im Grundschulalter hat. Arme Kids. Aber ich werde trotzdem mal bei der Polizei anrufen und fragen, ob sich unter den sichergestellten Sachen vielleicht auch unser Holzschlitten befindet?

Dienstag, 25. Juni 2013

Schwimmen

Ein Kriterium für die Haussuche war der Neighborhood Pool, also ein Freibad, das zur Nachbarschaft gehört und von ihr unterhalten wird. Hier haben viele, vor allem die neueren, Neighborhoods einen solchen Pool. Da entstehen natürlich einiges an Kosten, bei uns sind auch immer zwei Life Guards zugegen und passen auf. Der Pool, genau wie alle anderen zusätzlichen Goodies wie ein Club House oder einen Spielplatz, wird von den Hausbesitzern der Neighborhood finanziert. Man zahlt eine jährliche "Home Owners Association" Gebühr - egal, ob man die Angebote nutzt oder nicht. Aber man muss sich ja auch kein Haus in einer Pool Neighborhood kaufen, wenn man den nicht nutzen möchte.

Trotzdem es so einen schönen und grossen Pool direkt um die Ecke gibt, haben viele Häuser hier auch einen eigenen Pool. Zwei Häuser weiter zum Beispiel. Bei dem Nachbarn stehen am Wochenende immer zig Autos vor der Tür, klar, mit dem Pool hat man viele Freunde...

Jedenfalls war für uns von Anfang an klar, dass die Kinder schnellstens schwimmen lernen sollten. Sie müssen es nicht durch den Ärmelkanal schaffen, aber wenn sie in einen Pool fallen, sollen sie hochkommen und zum Rand schwimmen können. Erst wollte ich sie beim YMCA zum Schwimmkurs anmelden, aber dann erzählte mir ein Nachbar, dass bei unserem Neighborhood Pool jemand private Schwimmstunden anbietet.

Kathryn ist gross, hübsch, athletisch und ein Engel. Die Kinder lieben sie bereits abgöttisch. Söhnchen informierte mich gestern, dass wir auf keinen Fall mehr umziehen dürfen, weil wir dann Kathryn verlieren würden.

Vier halbe Stunden. Mehr hat Töchterchen nicht gebraucht und schon schwimmt sie Kraulstil (perfekt mit Gesicht im Wasser und Kopf hoch nur zum Luftholen), taucht 2 Meter tief, springt mit Anlauf (und Begeisterung) vom Beckenrand ins tiefe Wasser. Man bekommt sie nur noch aus dem Pool, indem man ihr hoch und heilig verspricht, am nächsten Tag wieder hinzugehen.

Jetzt schauen wir mal, wie lang ihr Brüderchen braucht, bis er sie eingeholt hat.

Sonntag, 2. Juni 2013

Morgens um acht wird Kaffee gebracht

Heute morgen klingelte es an der Haustür. Es war die freundliche Nachbarin von nebenan, die eine Kanne heissen Kaffees und frisches Brot abliefern wollte.

Welcome to America, folks! :-)