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Freitag, 13. April 2018

5 years

Es ist ziemlich genau fuenf Jahre her, dass wir uns in 3 Tagen 21 Haeuser anschauten und uns - natuerlich - in das 21. Haus verliebten. Viel ist seitdem passiert. Das Haus gehoert mir jetzt alleine (und der Bank, natuerlich). Aber ich lebe hier immer noch sehr sehr gerne.

Aus unerfindlichen Gruenden dachte ich gestern an einen Schulausflug nach Weimar, vor vielen, vielen Jahren. Im letzten Jahrhundert. Beziehungsweise Jahrtausend.

Wie auch immer, das Pflichtprogramm beinhaltete natuerlich auch Goethes Gartenhaus, eine huebsche kleine Villa in den Weinbergen. Von seinem Arbeitszimmer konnte er wunderbar den Blick schweifen lassen ueber das Tal. Natuerlich war ich als Teenager nur maessig beeindruckt, aber kann mich doch an ein leichtes Neidgefuehl erinnern - schoen muesste das sein, so wohnen zu koennen. 

Und gestern fiel es mir wie Schuppen von den Augen. Ich wohne jetzt so. Naja, keine Weinberge und kein Tal, aber ich habe einen wunderschoenen Garten mit vielen Baeumen und bluehenden Straeuchern, einem kleinen Teich mit Wasserfall und Ochsenfroeschen, und vielen, vielen Voegeln und Eichhoernchen. Von meiner Haengematte aus schaue ich in an den riesigen Eichen hoch, die so gross sind, dass ich die obersten Blaetter kaum noch sehen kann.

Mann, gehts uns gut!



Freitag, 10. Mai 2013

Schlafenszeit

Ich teile mein Bett am liebsten nur mit meinem Ehemann. Eine ausgeschlafene Mama ist eine glückliche Mama, und wenn diverse Kinder die Bettmitte beanspruchen, dann ist der mütterliche Schlaf arg gestört.

Töchterchen rotiert nachts. Wenn jemand neben mir alle 5 Minuten seine Position ändert, ist für mich an Schlaf nicht zu denken. Meistens trag ich sie dann eine Stunde später in ihr eigenes Bett, und dann brauch ich auch nochmal mindestens eine halbe Stunde, um den nötigen inneren Frieden für Morpheus zu finden.

Söhnchen liegt dagegen still und wäre eigentlich kein schlechter Bettgenosse, wenn die letzten paar Male eine gewisse sich ausbreitende Nässe mich nicht geweckt hätte. Nachts um drei Matratze umdrehen und Bett frisch zu beziehen, trägt auch nicht zu meinem besagten inneren Frieden bei.

Aber dann... dann kommt so ein kleiner Junge mitten in der Nacht, klettert in mein Bett, kuschelt sich ran und murmelt, schon wieder halb im Schlaf: "Mama, ich lieb Dich sehr".


Donnerstag, 2. Mai 2013

Bauchweh

Töchterchen geht gern zur Schule.

Ihr macht das Lernen Spass, sie ist mit der Hälfte der Klasse befreundet und kommt mit der anderen Hälfte gut aus. Sie mag ihre Lehrer. Selbst Hausaufgaben erledigt sie jetzt zügig und mit minimalem Maulen.

Trotzdem sagt sie mir jeden Schultag-Morgen, dass sie Bauchweh hat, dass sie aufgeregt ist.

Ich weiss, wie es ihr geht. Ich arbeite gerade an einem super-stressigen Projekt. Bei jedem Telefonklingeln (und es klingelt oft!) rutscht mir das Herz in die Hose. Bestimmt hab ich was falsch gemacht! Oh mein Gott, was, wenn ich Mist gebaut habe?!? Das flaue Gefühl im Magen geht gar nicht mehr weg.

Jetzt weiss ich wenigstens, von wem sie das hat...

Mittwoch, 1. August 2012

Die Jugend von heute...

Wenn man so auf der Wasserscheide zwischen Jugend und Alter steht wie unsereiner und der Abstand von Anfang und Ende ungefähr gleich weit weg erscheint, dann häufen sich die Erlebnisse, bei denen ich hin- und hergerissen bin, wie ich reagieren möchte. Noch sind meine inneren Doppelgänger, das Mädchen und die Alte, gleich stark, aber ich fürchte das Gleichgewicht der Kräfte verschiebt sich jeden Tag mehr.

Gestern war wieder so ein Schicksalstag, ein Tag, an dem ich mich bei einem Gedanken erwischt habe, von dem ich früher überzeugt war, dass ich ihn nie nie nie selbst denken würde.

Die Kinder und ich durchstöberten unsere Bücherei. Ich liebe Bücher, unser Haus ist voll davon, und glücklicherweise haben beide Kids meine Bücherbegeisterung geerbt. Sie haben auch schon früh gelernt, dass ich sehr allergisch darauf reagiere, wenn man Bücher zerreisst, bekritzelt oder verknickt, und gehen dementsprechend gut mit ihnen um.

Söhnchen sass glücklich in der Kinderecke im Schaukelstuhl und blätterte in einem Buch. Da erschien ein Junge aus seiner Kindergartengruppe auf der Bildfläche. Das übliche grosse Hallo und Verbrüderung erfolgte, dann verzogen sich die beiden hinter ein Regal. Böses ahnend schlich ich ihnen nach und musste sehen, wie der Dreikäsehoch wahllos Bücher aus dem Regal auf den Boden warf. Ich ging hin und sagte: "Du, Bücher muss man achtsam behandeln, die müssen wir wieder einräumen." Und was entgegnete der Lausbub?

"Nein! Du redest nur Quatsch!", dreht sich um und rennt weg.

Und da sah ich die Alte in meinem Kopf, die mit dem Gehstock droht und zahnlos vor sich hin schimpft: "Die Jugend von heute wird immer frecher!"

Mittwoch, 27. Juni 2012

Feuer!

Vor einigen Jahren lebten wir im sonnigen Colorado. Ich habe unsere Zeit dort sehr genossen, 300 Tage Sommer im Jahr, freundliche, hilfsbereite Menschen, Berge und Starbucks wohin das Auge blickt... Wir lebten den amerikanischen Traum, gekrönt durch ein wunderbares Haus, gross, hell, offen. Durch unseren Garten zogen Rehe, Koyoten, und einmal sogar ein Bär. Töchterchen wurde in diesem Haus geboren.






















Dieses Haus brennt vielleicht jetzt gerade ab. 32.000 Menschen wurden gestern evakuiert, ein riesiger Teil von Colorado Springs steht leer. Der sonst so blaue blaue Sommerhimmel ist völlig von einer Rauchwolke verdeckt. Mountain Shadows, ein Stadtteil nur 500 Meter weiter westlich, ist nur noch eine Glutwüste.



Eine Stadt brennt. Und ich möchte nur noch weinen.

Sonntag, 8. April 2012

Ostern im April =schlechtes Timing

Wie soll da der Osterhase denn durchkommen?

Donnerstag, 30. Dezember 2010

Familienbaum

Als Kind spielte ich begeistert Theater. Ich erinnere mich, dass ich bei den Schulaufführungen oft die Hauptrolle übernahm, ich muss also nicht ganz schlecht gewesen sein. Wie es im Leben aber leider so ist, merkt man sich schlechte Erinnerungen aber viel besser als gute, und daher ist mir die Kindergartenaufführung von "Schneewittchen" viel viel mehr im Gedächtnis geblieben. Dort durfte ich nicht nur nicht die Hauptrolle spielen (mit dem blöden Argument, ich sei ja schliesslich nicht schwarzhaarig), nein, nicht einmal Zwerg durfte ich sein, oder wenigstens die böse Stiefmutter. Oh nein. 

Ich war: Der Baum. 

Mit irgendeinem dämlichen Kopfputz, so dass nicht mal mein Gesicht zu sehen war, musste ich eine gefühlte Ewigkeit reglos in der Gegend rumstehen. Das Trauma meiner frühen Jugend.

Wie groß war daher mein Schock, als mir Töchterchen verkündete, zur diesweihnachtlichen Kindergartenaufführung würde sie einen Tannenbaum spielen. Musste sich denn wirklich der Kreis so schliessen? Gab es kein Entrinnen? Schicksalsergeben kleidete ich sie also morgens wie gewünscht grün ein und bereitete mich seelisch auf eine weitere Demütigung vor.

Aber Wunder über Wunder.

Meine Tochter spielte tatsächlich einen Tannenbaum. Nämlich den Tannenbaum im Stück "Der allerkleinste Tannenbaum".
 
Sie hatte die HAUPTROLLE!
 
Und sie hat ihre Sache großartig gemacht. Ich war so so stolz auf sie. Jetzt weiss ich auch, warum Eltern bei diesen merkwürdigen Schulaufführungen immer heulen müssen...

Freitag, 21. Mai 2010

Fünf Jahre

Meine wunderbare Tochter,
Du bist gestern fünf Jahre alt geworden. Ein halbes Jahrzehnt begleitest Du uns jetzt schon auf dieser Erde, und wir sind sehr sehr glücklich, dass Du zu unserer Familie gehörst. Du bist die Tochter, die ich mir immer gewünscht habe - lustig, freundlich, liebevoll, klug und wissbegierig.
Das Jahr 2009 war sehr hart für uns als Familie, aber eben auch für Dich, mit dem Schlittenunfall, mit all dem Rücksicht-nehmen-müssen auf den kleinen kranken Bruder... Dieses Jahr ist zwar bis jetzt wesentlich gnädiger mit uns allen umgegangen, aber wir merken es Dir an, dass Du (wie wir auch) einfach ziemlich erschöpft bist. Wir haben Dir immer schon ziemlich viel Flexibilität abverlangt, nicht wahr? Mit einem Jahr den Umzug von Amerika nach Deutschland. Tagesmutter. Erneute Umzüge. Kleiner Bruder. Wechsel des Kindergartens. Neue Tagesmutter. Und jetzt die Lösung mit Kindergarten und zwei Tagesmüttern. Das ist für uns alle anstrengend, und ich hoffe, wir können im Urlaub Kraft schöpfen und Dir wieder mehr Unbeschwertheit zurückgeben.
Und ich habe mir für Dein nächstes Jahr ganz fest vorgenommen, weniger zu schimpfen. Ich wünsche Dir, dass Du wieder mutiger wirst und dass es Dir nicht mehr so nahe geht, wenn ich nur kurz aus Deinen Augen verschwinde. Ich verspreche Dir, ich bin immer für Dich da. Meine wunderbare, kleine große Tochter. Ich liebe Dich und werde Dich immer lieb haben.

Mama

Dienstag, 29. Dezember 2009

Glücksjahr 2009

Ich werde übermorgen, also am letzten Tage des Jahres 2009, eine Flasche des besten Lidl-Champagners öffnen, um das Ende eines unserer schlimmeren Jahre zu feiern.

Aber vielleicht seh ich das ja auch alles falsch. Vielleicht hatten wir auch einfach super viel Glück dieses Jahr. Mal sehen:

- Am 7. Januar überlebte Töchterchen einen Schlittenunfall, bei dem sie sich einen Schädelbruch zuzog. Glücklicherweise floss das Blut nach aussen (resultierend in einem ziemlich furchtbar zugeschwollenen blauen Auge) und nicht nach innen, es kam also zu keiner Hirnverletzung und keinen langfristigen Schäden. Das Auge sieht mittlerweile wieder ganz normal aus und dank Osteopathie ist es wieder genauso groß wie das andere Auge.

- Im März führte ein Leck in der Gasleitung glücklicherweise nicht dazu, das Haus in die Luft zu sprengen. Wäre selbiges Leck 2 Tage später aufgetreten, wären wir 4 Tage bei meiner Mutter gewesen, das Haus wäre schön voller Gas gelaufen und wir hätten als erstes beim Heimkommen das Licht angemacht... Ausserdem führte das Leck dazu, dass BE den Füllstand kontrollierte und ihn dann recht panisch auffüllen lies :-).

- Im April durften wir einen Notfallhubschraubereinsatz live und in Farbe miterleben, als Töchterchen auf eine Nuss allergisch reagierte. Zum Glück schwollen nur ihre Nasenschleimhäute zu, die Schwellung bezog sich aufs Gesicht und ging nicht auf den Hals über.

- Im Mai begann ich mein Selbststudium in Allergologie und Ernährungskunde, ausgelöst durch Söhnchens sich ständig verschlimmernde Neurodermitis. Es ist doch immer gut, sich weiterzubilden. Ausserdem erweiterte seine Krankheit meinen Bekanntenkreis ungemein, es ist immer wieder schön, auf sein Gesicht angesprochen zu werden. Aber ernsthaft, ohne seine ND hätte ich einige tolle Frauen nicht kennengelernt.

- Im Juli starb meine Oma. Selbst dies ist vielleicht ein Glücksfall, blieben ihr vielleicht Jahre als bettlägeriger Pflegefall erspart. Oma, ich glaub fest daran, dass Du jetzt ein Stern bist und auf uns alle niederlächelst.

- Auf der Heimfahrt von der Beerdigung bekam ich eine Hauptrolle in einem bayrischen Film, gesponsort von der Polizei. Die Rolle stellte sich aber im nachhinein als ziemlich kostspielig heraus, 4 Wochen Führerscheinentzug und 270 Euro, nur weil ich bei 150 kmh einen Mercedes freundlich darauf hinweisen wollte, die Spur zu wechseln, und um mein Ansinnen deutlich zu machen, ich auf 17 Meter rangefahren war. Es hätte schliesslich wesentlich schlimmer kommen können, in der Schweiz hätte das gleiche Vergehen 3 Monate Führerschein gekostet. Ausserdem konnte ich glücklicherweise den Führerschein abgeben, als ich mit Söhnchen in der Spezialklinik Neukirchen weilte, und wer braucht den schon im tiefsten Bayern?

- Und damit sich der BE nicht übergangen fühlt, entwickelte sich im November ein Leberfleck bei ihm zu einem Abszess, den nichtmal unsere Hausärztin aufschneiden wollte, da musste ein Chirurg her. Als echter Mann lehnte er übrigens die Vollnarkose ab, die ihm angeboten wurde. Und weil einmal ja keinmal ist, entzündeten sich 4 Wochen später die beiden Nachbarflecke auch noch. Da werden wir sicher im nächsten Jahr auch noch unseren Spass haben!

Alles in allem war es also ein glückliches, wenn auch ereignisreiches Jahr. Immerhin leben wir noch! Naja, fast alle. Und sind fast alle gesund. Und sind zusammen.

Wie auch immer, ich werde übermorgen wohl meinen Lieblingstoast ausbringen, ein Zitat aus Tucholskys "Schloß Gripsholm":

'Das war jene friesische Bauerntochter gewesen, die im Dreißigjährigen Kriege von den Landsknechten an den Tisch gezerrt wurde; sie hatten alles ausgeräubert, den Weinkeller und die Räucherkammer, die Obstbretter und den Wäscheschrank, und der Bauer stand daneben und rang die Hände. Roh hatten sie das Mädchen herbeigeholt -- he! da stand sie, trotzig und gar nicht verängstigt. Sie sollte einen Trinkspruch ausbringen! Und warfen dem Bauern eine Flasche an den Kopf und drückten ihr ein volles Glas in die Hand.

Da hob Martje Flor Stimme und Glas, und es wurde ganz still in dem kleinen Zimmer, als sie ihre Worte sagte, und alle Niederdeutschen kennen sie.
»Up dat et uns wohl goh up unsre ohlen Dage --!« sagte sie.'
Und jetzt hoffe ich nur, diesen Einträg nicht noch verlängern zu müssen!!!