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Donnerstag, 14. Mai 2020

Taschengeld

Ich halte ja eher nicht so viel davon, das Taschengeld der Kids von Dienstleistungen abhaengig zu machen. Die Kinder sollen im Haushalt helfen, ohne dass sie dafuer bezahlt werden. Schliesslich hilft man sich in einer Familie.

Aber jetzt habe ich eine neue Waehrung entdeckt und meine Ueberzeugung beginnt zu schwanken. Die Waehrung? Minecraft-Spielzeit. Alle Muellkoerbe ausleeren? Eine halbe Stunde Spielzeit. Die grosse Karton-Festung im Wohnzimmer auseinandernehmen, und in Muell bzw Recycling einsortieren? Eine weitere halbe Stunde...

Das beste an der Sache? Jetzt schlagen die Kids schon selber Arbeit vor! "Mama, darf ich das Schuhregal aufraeumen? Oder vielleicht die Betten machen?"

Wow... Warum bin ich da nicht schon vor Jahren draufgekommen?

Donnerstag, 11. Februar 2016

Schuhtick

Die Kinderchen haben fuer gute Zeugnisse von der lieben Oma Geld bekommen, damit sie sich was kaufen koennen. Und beide wollen ihr Geld nicht etwas in Spielzeug sondern in Klamotten und Schuhe anlegen. 

Toechterchen will unbedingt Schuhe mit Absaetzen - "heels" - haben. Kurz bevor wir zu unserem Shoppingtrip aufbrechen, deklamiert sie:

"I don't really need anything, I have everything in the world. But a girl can never have enough heels!"

So hat Imelda Marcos bestimmt auch mal angefangen...


(Soehnchen stand seiner Schwester uebrigens mitnichten nach und erwarb ein paar schicke Anzugsschuhe, sowie drei Krawatten, Hosen und eine Trachtenjacke.)

Freitag, 23. Oktober 2015

Size matters

Das zehnjaehrige Toechterchen ist klein fuer ihr Alter. Wie sie mir heute morgen erzaehlte, ist sie die drittkleinste von allen Kindern in den fuenften Klassen ihrer Schule.

Ueberraschend kommt das natuerlich nicht. Ich erinnere mich immer noch an den Tag im August, als wir Soehnchens Lehrerin kennenlernten. Sie schaute freundlich auf meine Kinder und fragte: "Na, Ihr Lieben, wer von Euch ist denn jetzt der Erstklaessler?".


Dienstag, 29. Oktober 2013

Behavior Charts

Heutzutage werden Kinder - Gottlob - ja nicht mehr verhauen, sondern sowohl Eltern als auch Kindergarten und Schule suchen nach Möglichkeiten, die Bälger lieben Kleinen positiv zu motivieren.

Die Schule hier lässt sich einiges einfallen. So kann man durch gutes Benehmen zum Beispiel einen Homework-Pass erwerben, den man irgendwann später einreichen kann, um Hausaufgaben einmal nicht machen zu müssen. Beim Mittagessen wird die begehrte Erlaubnis an einen Schüler oder eine Schülerin verliehen, sich einen Freund auszusuchen und mit ihm sprechen zu dürfen, wenn der Rest der Meute noch zu schweigen hat. Natürlich gibt es auch visuelle Anreize in Form sogenannter Behavior Charts. Meine Tochter hat wirklich hier noch nie eine Hausaufgabe vergessen (auch wenn ihr das manchmal buchstäblich erst 5 Minuten vor 7 eingefallen ist), weil sie panische Angst davor hat, ihren Sticker auf dem Chart ins rote Feld schieben zu müssen.*

Auch der Kindergarten verwendet ein ähnliches System, und Söhnchen zeigt mir immer sehr stolz den lächelnden Smiley auf seinem täglichen Report.

Nachdem Söhnchen leider zu Hause nicht immer ein lobenswertes Benehmen an den Tag legt, entschloss ich mich, die gleiche Wunderwaffe bei uns daheim anzuwenden. Auf ein Blatt schrieb ich links die Namen meiner Kinder und oben vermerkte ich Symbole für drei Kategorien: Benehmen (ein lächelnder/trauriger Smiley), Aufgaben erledigt (Socken als Beispiel fürs Socken-Zusammenlegen) und Auf-Mama-Hören (ein Ohr).

Zuerst schien das Teil wirklich Wunder zu wirken, wenn auch maulend, so machte sich Söhnchen doch auf, die besagten Socken zu sortieren.

Doch was tat er, nachdem das erledigt war und er seinen Sticker unter Socken erhalten hatte?

Er suchte sich ein Blatt, zückte einen Stift und...

... fertigte ein Behavior Chart für seine Mama an.

Anscheinend muss ich noch daran arbeiten, mein Hören zu verbessern. Auch mein Benehmen lässt zu wünschen übrig. Aber meine Aufgaben erledige ich tadellos.



*Ich hab sie gefragt, was denn passiert, wenn sie ins rote Feld rutscht. Die Antwort? Strafexerzieren. Die Kids müssen dann eine Runde ums Sportfeld rennen. Offensichtlich klappt negativ motivieren also doch auch.

Dienstag, 25. Juni 2013

Schwimmen

Ein Kriterium für die Haussuche war der Neighborhood Pool, also ein Freibad, das zur Nachbarschaft gehört und von ihr unterhalten wird. Hier haben viele, vor allem die neueren, Neighborhoods einen solchen Pool. Da entstehen natürlich einiges an Kosten, bei uns sind auch immer zwei Life Guards zugegen und passen auf. Der Pool, genau wie alle anderen zusätzlichen Goodies wie ein Club House oder einen Spielplatz, wird von den Hausbesitzern der Neighborhood finanziert. Man zahlt eine jährliche "Home Owners Association" Gebühr - egal, ob man die Angebote nutzt oder nicht. Aber man muss sich ja auch kein Haus in einer Pool Neighborhood kaufen, wenn man den nicht nutzen möchte.

Trotzdem es so einen schönen und grossen Pool direkt um die Ecke gibt, haben viele Häuser hier auch einen eigenen Pool. Zwei Häuser weiter zum Beispiel. Bei dem Nachbarn stehen am Wochenende immer zig Autos vor der Tür, klar, mit dem Pool hat man viele Freunde...

Jedenfalls war für uns von Anfang an klar, dass die Kinder schnellstens schwimmen lernen sollten. Sie müssen es nicht durch den Ärmelkanal schaffen, aber wenn sie in einen Pool fallen, sollen sie hochkommen und zum Rand schwimmen können. Erst wollte ich sie beim YMCA zum Schwimmkurs anmelden, aber dann erzählte mir ein Nachbar, dass bei unserem Neighborhood Pool jemand private Schwimmstunden anbietet.

Kathryn ist gross, hübsch, athletisch und ein Engel. Die Kinder lieben sie bereits abgöttisch. Söhnchen informierte mich gestern, dass wir auf keinen Fall mehr umziehen dürfen, weil wir dann Kathryn verlieren würden.

Vier halbe Stunden. Mehr hat Töchterchen nicht gebraucht und schon schwimmt sie Kraulstil (perfekt mit Gesicht im Wasser und Kopf hoch nur zum Luftholen), taucht 2 Meter tief, springt mit Anlauf (und Begeisterung) vom Beckenrand ins tiefe Wasser. Man bekommt sie nur noch aus dem Pool, indem man ihr hoch und heilig verspricht, am nächsten Tag wieder hinzugehen.

Jetzt schauen wir mal, wie lang ihr Brüderchen braucht, bis er sie eingeholt hat.

Mom! Dad!

Nach drei Wochen Day Care machen beide Kinder Fortschritte mit ihrem Englisch. Töchterchen besass ja dank Helen Doron bereits schon einen guten passiven Wortschatz, und auch Söhnchen konnte ein paar Worte und bis 10 zählen.

Töchterchen ist beim aktiven Sprechen immer noch etwas schüchtern, aber zusammen mit Händen und Füssen verständigt sie sich erfolgreich. Sie schafft damit problemlos den Tag in Day Care. Mit uns spricht sie weiterhin ausschliesslich deutsch.

Söhnchen versteht lange nicht so viel wie sie und tendiert auch dazu, es einfach zu ignorieren, wenn ihn jemand auf Englisch anspricht. Dafür beginnt er, Englisch und Deutsch zu vermischen. So nennt er uns seit neuestem nicht mehr Mama und Papa, sondern Mom and Dad (darüber bin ich ehrlich gesagt nicht allzu glücklich). Er sagt "ich bin hungry!" oder "gib mir mal den blue Stift". Bei den Schwimmstunden bin ich als Übersetzer dabei und wenn er was nicht versteht, dann fragt er mich "What?"

Und natürlich beherrscht er ein Wort ausgezeichnet: "No!"


Samstag, 8. Juni 2013

Quo Vadis

Die Kinderchen haben schon den ersten Freund aus der Nachbarschaft gefunden. Ihnen kann natürlich nichts besseres passieren, um die Sprache zu lernen. Gerade spielen sie Verstecken und ich höre, wie Söhnchen ruft: "Jake, wo are you?"

And so it begins...

Sonntag, 2. Juni 2013

Spülmaschine

Unsere Spülmaschine, die wir mitsamt der Küche im Haus gekauft haben, ist etwas ganz besonderes. Sie besitzt nämlich zwei getrennte Schubladen. Will heissen, man kann eine befüllen, während die andere bereits läuft. Das wäre der Traum jeder Studenten-WG! Aber auch ich finde das eins von den Geräten, die ich mir selber nie neu kaufen würde, aber wenn vorhanden ich durchaus annehmen kann. Immerhin muss jetzt nie mehr schmutziges Geschirr auf die Spülmaschine warten! (Und das gut gewachsene Exemplar der Familie Blatta Orientalis, das mir im Ferienhaus in Florida über den Weg lief, hat mich nochmal daran erinnert, dass wir jetzt in einem tropischen Klima leben, wo man mit Essensresten besonders aufpassen muss.)

Die Kinder wunderten sich natürlich über die merkwürdig aussehende Spülmaschine. Aber Söhnchen erfasste die Funktion sofort:

"Wir haben jetzt zwei Spülmaschinen Eine zum saubermachen. Und eine zum dreckig machen."


Dienstag, 14. Mai 2013

Der letzte Dienstag



Oh. Mein. Gott.

Soeben habe ich realisiert, dass die letzte Woche begonnen hat. Diesen Blogpost schreibe ich am letzten Dienstag, den ich in meinem Home office verbringen werde. Das Klappern der Tastatur hallt nach, weil das Schlafsofa und meine Regale bereits den Raum verlassen haben.

60 Kartons sind bereits gepackt, unzählige Müll-Ladungen hat der beste Ehemann bereits weggefahren, fast alle Möbelstücke, die wir nicht mitnehmen, sind verkauft oder verschenkt. Hat jemand vielleicht Interesse an einem schönen Original-Sechziger-Jahre Schrank?

Heute ist also der letzte Dienstag, morgen der letzte Mittwoch, Donnerstag fahre ich das letzte mal in meine Firma, Freitag schreibe ich Abschiedsemails, Samstag und Sonntag gibts einen Pack- und Putzmarathon, Montag ist Töchterchens Geburtstag und dann... dann steht schon der Container vor der Tür.

Apropos Töchterchen: Vor ein paar Wochen kam mir die Idee, Töchterchens Freunde zu fragen, ob sie nicht Lust hätten, kleine Filmchen aufzunehmen, auf denen sie winken und ihr alles Gute wünschen. Mir wurde schnell klar, dass die Logistik meine zeitlichen Möglichkeiten übersteigt und wendete mich darum an Töchterchens Englisch- und Mathelehrerin. Die Frau ist ein Traum! Nicht nur antwortete sie bereitwillig auf  meine Email, sie willigte auch gleich ein, die Filme aufzunehmen. Gestern schickte ich Töchterchen daher erst zur zweiten Stunde in die Schule, so dass die Lehrerin sich ungestört ans Werk machen konnte.

Das Resultat is fantastisch! Was soll ich sagen – beim Angucken musste ich doch das eine oder andere Tränchen verdrücken. So viel Liebe und Freundschaft schlägt einem da entgegen. Oh meine Kleine, hoffentlich wird Deine neue Klasse auch nur halb so gut!

Ich habe die Filme zusammengeschnitten und noch etwas aufgehübscht. Jetzt muss ich es ihr nur noch zeigen! Sie soll den Film rechtzeitig sehen, so dass sie sich noch bei ihrer Klasse bedanken kann. Aber ich fürchte, sie wird Rotz und Wasser heulen...