In unserem Haus ist der Disney-Film "Rapunzel" (der im Deutschen den wirklich bescheuertsten Beinamen der Filmgeschichte trägt, nämlich "neu verföhnt") gerade der absolute Hit und wird von den Kindern begeistert nachgespielt. Söhnchen übernimmt - natürlich - die Rapunzel-Rolle und nachdem sich Mama geweigert hat, Geld für eine Perücke auszugeben, schnappt er sich einfach ein Bettuch und schleppt dies stolz als Haar-Ersatz hinter sich her.
Im Film gibt es eine Szene, in der Rapunzel den Dieb Flynn mittels ihrer Haare fesselt, und Flynn seinen Charme spielen lässt, um freizukommen. Dabei ist er nicht allzu erfolgreich, vermutlich wegen Sätzen wie: "Alles was ich sage ist: 'Hi'", das 'Hi' richtig langgezogen und mit einem schmalzigen Lächeln versehen.
Fast forward einige Tage. Söhnchen verschaffte sich unerlaubten Eintritt in Töchterchens Zimmer und stellte dort diverse Missetaten an. Die darauf folgende Konfrontation wurde mir folgendermassen berichtet:
"Warum hast Du das gemacht? Was sollte das?"
Söhnchen schweigt und guckt brummig auf den Boden.
"Also nochmal. Warum hast Du das gemacht?"
Nach längerer Stille überwindet er sich und es kommt: "Alles was ich sage ist: 'Heeeeeeeiiiiiii'"
Dienstag, 25. Juni 2013
Donnerstag, 20. Juni 2013
Fauna amerikanisch
Von den Glühwürmchen und den bellenden Fröschen, die manchmal auch wie schluchzende verwunschene Prinzen klingen, habe ich ja bereits erzählt. Aber dieses Tierchen überraschte uns heute alle:
Mitten auf unserem Gartenweg beschloss die Schildkröte, ein Loch zu buddeln, vermutlich um Eier darin zu legen. Leider hatte sie dabei nicht mit Publikum gerechnet, und obwohl sich die Kids mustergültig verhielten, wurde es ihr irgendwann doch zuviel - wer will schon bei solch intimen Vorgängen auch Zuschauer? Mal ganz davon abgesehen dass der Platz ja wirklich nicht ideal ist, um zerbrechliche Gegenstände abzulegen.
Wir hoffen jetzt, dass sie ein besseres Versteck findet und wir in ein paar Wochen kleine Schildkrötchen in unserem Teich schwimmen sehen!
Jetzt müssen nur noch die Kolibris endlich anfangen, den angebotenen Zuckersaft auszusaugen, dann ist mein Tier-Glück perfekt.
Dienstag, 18. Juni 2013
Die Kunst, einen Führerschein umzuschreiben
Was ich am Umziehen am meisten hasse, ist die damit verbundenen Bürokratie. Besonders bei internationalen Umzügen fällt da ja einiges an. Wenigstens kann ich meine daheimgebliebenen deutschen Freunde trösten, dass Bürokratie kein deutsches Vorrecht ist.
Unvergessen ist mir immer noch unser Versuch, uns in Brüssel regulär anzumelden. Das müsste eigentlich innerhalb von vier Wochen erfolgen, allerdings dauert es schon bis zu drei Monate, einen Termin bei der Anmeldestelle zu ergattern. Und hat man selbigen dann endlich, dann stellt man fest, dass ca hundert andere den gleichen Termin wahrnehmen wollen. Eine weitere Organisation findet nicht statt. Nummern ziehen oder Schlange stehen, Fehlanzeige. Öffnet sich die gewünschte Bürotür, dann stürmen alle Hundert darauf zu, der schnellste und lauteste erhält Eintritt.
Kein Wunder, dass wir unsere Anmeldung erst 11 Monate später abschliessen konnten, als wir uns auch schon wieder abmeldeten. Immerhin ging das schneller.
Aber zurück nach Amerika. Solche Szenen gibt es im höflichen Amerika nicht. Auch Schlange stehen ist meist nicht nötig. Man darf eine Nummer ziehen, sich dann auf einen der zahlreichen Stühle setzen, die über Fernseher und Lautsprecher angesagten Nummern verfolgen und sich ausrechnen, wieviele Stunden man wohl noch in den jeweiligen heiligen Hallen verbringen wird. Eigentlich nicht wirklich schlimm, aber die Zeit, die dabei draufgeht, ist mir ein Greuel (und ja, das ist die alte Rechtschreibung, ich bin alt genug, ich darf das).
Wie gesagt, alles wohlorganisiert hier. Nur leider heisst das nicht, dass die Leute auch fähig wären. Beispiel Führerschein. In Colorado konnten wir unseren deutschen Führerschein einfach gegen einen Colorado Führerschein eintauschen, ohne dass ein neuerlicher Test nötig war. Auch hier in South Carolina blieben wir von einer neuerlichen Prüfung verschont, die Angestellten des Department of Motor Vehicles mussten also nur folgende einfache Tätigkeiten ausführen:
- alten Colorado Führerschein anschauen und Namen sowie Fahrzeugklassen in Computer übertragen
- neuen Führerschein ausdrucken.
Erster Durchlauf? Name falsch.
Zweiter Durchlauf? Klasse fehlt.
Aber immerhin hat der Beste Ehemann jetzt seinen SC Führerschein. Ich? Ich hab noch keinen. Warum? Weil man den nur bekommt, wenn man eine Nebenkostenrechnung vorlegen kann, auf die der Name und die Adresse zu sehen sind. Da steht aber überall der Beste Ehemann drauf! Kann ja sein, dass wir verheiratet sind, aber das interessiert sie nicht. Und der Kontoauszug von unserer Bank, den sie auch noch akzeptiert hätten, gibts nur elektronisch. Und nein, ich darf ihr das nicht auf meinem Smartphone zeigen. Stattdessen darf ich nach Hause fahren (20 km), das Teil ausdrucken und wieder kommen. Argh!
Kein Wunder, dass ich Behördengänge hasse wie die Pest.
Unvergessen ist mir immer noch unser Versuch, uns in Brüssel regulär anzumelden. Das müsste eigentlich innerhalb von vier Wochen erfolgen, allerdings dauert es schon bis zu drei Monate, einen Termin bei der Anmeldestelle zu ergattern. Und hat man selbigen dann endlich, dann stellt man fest, dass ca hundert andere den gleichen Termin wahrnehmen wollen. Eine weitere Organisation findet nicht statt. Nummern ziehen oder Schlange stehen, Fehlanzeige. Öffnet sich die gewünschte Bürotür, dann stürmen alle Hundert darauf zu, der schnellste und lauteste erhält Eintritt.
Kein Wunder, dass wir unsere Anmeldung erst 11 Monate später abschliessen konnten, als wir uns auch schon wieder abmeldeten. Immerhin ging das schneller.
Aber zurück nach Amerika. Solche Szenen gibt es im höflichen Amerika nicht. Auch Schlange stehen ist meist nicht nötig. Man darf eine Nummer ziehen, sich dann auf einen der zahlreichen Stühle setzen, die über Fernseher und Lautsprecher angesagten Nummern verfolgen und sich ausrechnen, wieviele Stunden man wohl noch in den jeweiligen heiligen Hallen verbringen wird. Eigentlich nicht wirklich schlimm, aber die Zeit, die dabei draufgeht, ist mir ein Greuel (und ja, das ist die alte Rechtschreibung, ich bin alt genug, ich darf das).
Wie gesagt, alles wohlorganisiert hier. Nur leider heisst das nicht, dass die Leute auch fähig wären. Beispiel Führerschein. In Colorado konnten wir unseren deutschen Führerschein einfach gegen einen Colorado Führerschein eintauschen, ohne dass ein neuerlicher Test nötig war. Auch hier in South Carolina blieben wir von einer neuerlichen Prüfung verschont, die Angestellten des Department of Motor Vehicles mussten also nur folgende einfache Tätigkeiten ausführen:
- alten Colorado Führerschein anschauen und Namen sowie Fahrzeugklassen in Computer übertragen
- neuen Führerschein ausdrucken.
Erster Durchlauf? Name falsch.
Zweiter Durchlauf? Klasse fehlt.
Aber immerhin hat der Beste Ehemann jetzt seinen SC Führerschein. Ich? Ich hab noch keinen. Warum? Weil man den nur bekommt, wenn man eine Nebenkostenrechnung vorlegen kann, auf die der Name und die Adresse zu sehen sind. Da steht aber überall der Beste Ehemann drauf! Kann ja sein, dass wir verheiratet sind, aber das interessiert sie nicht. Und der Kontoauszug von unserer Bank, den sie auch noch akzeptiert hätten, gibts nur elektronisch. Und nein, ich darf ihr das nicht auf meinem Smartphone zeigen. Stattdessen darf ich nach Hause fahren (20 km), das Teil ausdrucken und wieder kommen. Argh!
Kein Wunder, dass ich Behördengänge hasse wie die Pest.
Montag, 17. Juni 2013
Recycling auf amerikanisch
Amerika gilt nicht gerade als Vorzeigeland, was den Umweltschutz angeht. Aber auch hier kann man mittlerweile recyceln!
Unsere Neighborhood liegt ausserhalb der eigentlichen Stadtgrenze, damit werden wir nicht mehr von der städtichen Müllabfuhr versorgt, sondern können uns aus den örtlichen Anbietern einen aussuchen. Da uns die im Haushalt anfallenden Müllmengen doch mit Schaudern erfüllen, suchten wir natürlich nach einer Müllabfuhr, die auch Recyclen anbietet. Das Kriterium reduzierte die Auswahl schon mal auf zwei.
Die freundliche Angestellte von Waste Management erklärte mir am Telefon, dass sie uns neben unser 96 Gallon! Mülltonne gerne auch eine Recycling-Tonne zur Verfügung stellen würde, allerdings kostet das extra. Ja, man zahlt extra, damit man Müll dem Wertstoffkreislauf wieder zuführen darf. Mein deutsches grünes Gewissen erlaubte mir natürlich nicht, darauf zu verzichten, also meldete ich uns an. Nur um später übrigens festzustellen, dass die nette Dame es geschafft hat, unser beider Vornamen sowie unseren Nachnamen falsch zu schreiben :-).
Trotzdem sind wir nun stolze Besitzer einer riesigen Mülltonne (ich erzählte dem Besten Ehemann: "die ist riesig, da pass ich ganz rein" und er guckte etwas merkwürdig und meinte "da bringst Du mich auf eine Idee...") und eines kleinen grünen Körbchens, in das wir ab jetzt unser Recycling-Material legen dürfen. Allerdings ist mir noch nicht so ganz klar, was ich tatsächlich hineintun darf. Glas, Dosen, Papier ja. Aber beim Plastik, da wirds kompliziert. Da hängt es nämlich vom Standort ab, was die jeweilige Recycling-Station akzeptiert. Ich habe nun sozusagen auf Verdacht Plastikwasserflaschen und die riesigen Milch-Gallon-Behälter in das Körbchen gequetscht und warte gespannt auf Mittwoch, wenn die Kiste das erste Mal abgeholt wird. Ich berichte!
Unsere Neighborhood liegt ausserhalb der eigentlichen Stadtgrenze, damit werden wir nicht mehr von der städtichen Müllabfuhr versorgt, sondern können uns aus den örtlichen Anbietern einen aussuchen. Da uns die im Haushalt anfallenden Müllmengen doch mit Schaudern erfüllen, suchten wir natürlich nach einer Müllabfuhr, die auch Recyclen anbietet. Das Kriterium reduzierte die Auswahl schon mal auf zwei.
Die freundliche Angestellte von Waste Management erklärte mir am Telefon, dass sie uns neben unser 96 Gallon! Mülltonne gerne auch eine Recycling-Tonne zur Verfügung stellen würde, allerdings kostet das extra. Ja, man zahlt extra, damit man Müll dem Wertstoffkreislauf wieder zuführen darf. Mein deutsches grünes Gewissen erlaubte mir natürlich nicht, darauf zu verzichten, also meldete ich uns an. Nur um später übrigens festzustellen, dass die nette Dame es geschafft hat, unser beider Vornamen sowie unseren Nachnamen falsch zu schreiben :-).
Trotzdem sind wir nun stolze Besitzer einer riesigen Mülltonne (ich erzählte dem Besten Ehemann: "die ist riesig, da pass ich ganz rein" und er guckte etwas merkwürdig und meinte "da bringst Du mich auf eine Idee...") und eines kleinen grünen Körbchens, in das wir ab jetzt unser Recycling-Material legen dürfen. Allerdings ist mir noch nicht so ganz klar, was ich tatsächlich hineintun darf. Glas, Dosen, Papier ja. Aber beim Plastik, da wirds kompliziert. Da hängt es nämlich vom Standort ab, was die jeweilige Recycling-Station akzeptiert. Ich habe nun sozusagen auf Verdacht Plastikwasserflaschen und die riesigen Milch-Gallon-Behälter in das Körbchen gequetscht und warte gespannt auf Mittwoch, wenn die Kiste das erste Mal abgeholt wird. Ich berichte!
Freitag, 14. Juni 2013
Umzug fertig!
Unsere Sachen sind angekommen! Alles hat die weite Reise wohlbehalten und -behütet überstanden, nur das Glas unserer schönen grossen Fabrikuhr hat einen Sprung abbekommen. Der Beste Ehemann ist aber hoffnungsfroh, dass er eine Werkstatt finden wird, die uns ein neues Glas zurecht schneiden.
Die Container-Ankunft begann übrigens mit einer Schreckminute, als uns der freundliche Truckfahrer nämlich erklärte, dass er nix auslädt und eine Rampe oder einen Lift hat er auch nicht dabei. Er würde uns den Container nur vor die Tür stellen. Schluck. Mal ganz davon abgesehen, dass wir "Hineintragen" bezahlt haben, wie sollen wir bitte ein 500 kg Motorrad (und das Klavier ist auch nicht leichter) vom Container kriegen - runterwerfen vielleicht?
Nach einem leicht panischen Telefonanruf klärte sich das Missverständnis schnell auf. Die eigentlichen Umzugshelfer waren noch unterwegs, und sie brachten gottlob auch eine Rampe und einen Lift mit. Diesmal handelte es sich auch um echte Kerle, drei an der Zahl - nicht wie bei unserem letzten Umzug nach Colorado, wo die Umzugscrew aus kleinen Mexikanerinnen bestand.
So ein 20 Fuss Container ist wirklich mickrig. Kaum zu glauben, dass da unser gesamter Hausrat drin steckt! Insgesamt 193 Teile, laut Umzugsliste. Einer der Umzugshelfer erzählte mir, er hätte auch schon einen Umzug mit 3000 Teilen mitgemacht! "Für eine Familie?", fragte ich entsetzt. "Yes," nickte er, "rich people".
Bin ich froh, dass ich nicht so reich bin.
Eigentlich brauch ich genau 1 Teil. Mein Bett. Der Beste Ehemann beachtete die Prioritäten und baute es als eines der ersten Möbelstücke auf. Ich verbrachte eine herrliche Nacht darin, an die ich mich in keinster Weise erinnere. So wie es sein soll. Alles ist gut.
Die Container-Ankunft begann übrigens mit einer Schreckminute, als uns der freundliche Truckfahrer nämlich erklärte, dass er nix auslädt und eine Rampe oder einen Lift hat er auch nicht dabei. Er würde uns den Container nur vor die Tür stellen. Schluck. Mal ganz davon abgesehen, dass wir "Hineintragen" bezahlt haben, wie sollen wir bitte ein 500 kg Motorrad (und das Klavier ist auch nicht leichter) vom Container kriegen - runterwerfen vielleicht?
Nach einem leicht panischen Telefonanruf klärte sich das Missverständnis schnell auf. Die eigentlichen Umzugshelfer waren noch unterwegs, und sie brachten gottlob auch eine Rampe und einen Lift mit. Diesmal handelte es sich auch um echte Kerle, drei an der Zahl - nicht wie bei unserem letzten Umzug nach Colorado, wo die Umzugscrew aus kleinen Mexikanerinnen bestand.
So ein 20 Fuss Container ist wirklich mickrig. Kaum zu glauben, dass da unser gesamter Hausrat drin steckt! Insgesamt 193 Teile, laut Umzugsliste. Einer der Umzugshelfer erzählte mir, er hätte auch schon einen Umzug mit 3000 Teilen mitgemacht! "Für eine Familie?", fragte ich entsetzt. "Yes," nickte er, "rich people".
Bin ich froh, dass ich nicht so reich bin.
Eigentlich brauch ich genau 1 Teil. Mein Bett. Der Beste Ehemann beachtete die Prioritäten und baute es als eines der ersten Möbelstücke auf. Ich verbrachte eine herrliche Nacht darin, an die ich mich in keinster Weise erinnere. So wie es sein soll. Alles ist gut.
Donnerstag, 13. Juni 2013
Sommer in der Stadt
Gestern hatten wir den ersten richtig heissen Tag. Bis dahin lagen die Temperaturen so um die 25 Grad, einfach schönes, warmes Sommerwetter. Aber gestern muss wohl jemand die Heizung aufgedreht haben. Wenn man jetzt aus der Tür tritt, dann fühlt man sich wie in einer schönen Niedrigtemperaturdampfsauna. Herrlich!
Am abend sass ich auf unserer Veranda, schwitzte vor mich hin, hörte den Fröschen zu, die hier wie kleine heisere Hunde klingen und für ein paar Minuten beobachtete ich die Glühwürmchen in unserem Garten. Dann ergab ich mich und liess meine Augen zufallen.
Am abend sass ich auf unserer Veranda, schwitzte vor mich hin, hörte den Fröschen zu, die hier wie kleine heisere Hunde klingen und für ein paar Minuten beobachtete ich die Glühwürmchen in unserem Garten. Dann ergab ich mich und liess meine Augen zufallen.
Montag, 10. Juni 2013
Unser Container ist gelandet!
Freitag nachmittag erreichte uns die frohe Botschaft. Das Containerschiff ist pünktlich in Charleston gelandet und mit ihm unser Container. Jetzt muss er noch geröntgt werden (die Bilder würde ich zu gerne sehen!). Das ganze Prozedere dauert 3 Tage. Wenn es dann (klopf auf Holz!) keine weiteren Verzögerungen gibt, steht am Donnerstag das Teil vor unserer Tür!
Es hat schon echte Vorteile, dass wir so nah am Meer wohnen. Hach, freu ich mich auf mein Bett!!!
Es hat schon echte Vorteile, dass wir so nah am Meer wohnen. Hach, freu ich mich auf mein Bett!!!
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