Montag, 10. März 2014

Spring!

Gestern überraschte mich ein unschöner Anblick vor dem Schlafzimmer. Da wähnte ich die Kinder fröhlich draussen mit einem Nachbarsmädchen im Dreck spielend, aber irgendwann mussten sich besagte Bälger Kinderchen nach oben geschlichen und die Dreckspielerei AUF DEM TEPPICHBODEN fortgesetzt haben.

Nachdem die Schimpfkanonade vorbei war, versuchte ich, die Gelegenheit für ein pädagogisch wertvolles Gespräch zu nutzen.

"Schau mal Söhnchen, bloss weil Christine sagt, sie will mit Matsch im Haus spielen, ist das doch keine gute Idee. Du hast doch selber einen Kopf zum denken. Stell Dir doch mal vor, Du wärest oben auf einem Berggipfel und Christine würde rufen: Spring! Würdest Du springen?"

Söhnchen schüttelt den Kopf. "Nein, ich würde nicht springen!"

Ich will mir schon befriedigt geistig auf die Schulter klopfen, als er hinzufügt:

"Ich rutsche runter!"


Freitag, 21. Februar 2014

Kompliment

Wenn das Töchterchen begeistert ausruft:

"Du bist die beste Mama der Welt! Das kann gar nicht oft genug gesagt werden!"

dann könnte die stolze Mama denken, sie hat wohl alles richtig gemacht. Aber da der Ausruf kam, nachdem ich ihr erlaubt habe, Computer zu spielen, bin ich mir nicht mehr so sicher...

Dienstag, 28. Januar 2014

Geschwisterliebe

Söhnchen läuft völlig aufgelöst auf mich zu. Fast schon weinend stösst er aus: "Mama, Mama,..."

"Was hast Du denn, Söhnchen? Hast Du Dir wehgetan?"

"Mama, ich kann Schwesterchen nicht heiraten! Weil wir bekommen sonst verhinderte Kinder!"

Aha, da hat Schwesterchen wohl Aufklärungsunterricht betrieben. Ich versuche, die Lage zu beruhigen.

"Das stimmt schon, dass Ihr nicht heiraten könnt. Aber so schlimm ist das doch nicht, Ihr könnt doch ein Leben lang gute Freunde bleiben."

Ich streiche ihm über den Blondschopf. Er nickt zweifelnd und fürs erste ist das Thema erledigt.

Oder auch nicht.

Zwei Tage später präsentiert er mir die Lösung des Problems.

"Mama, es ist nicht schlimm, dass ich Schwesterchen nicht heiraten kann. Ich such mir einfach eine Frau, die genauso aussieht!"

Donnerstag, 5. Dezember 2013

Geld oder Liebe?

"Mama, was wünschst Du Dir vom Weihnachtsmann?"

"Der Weihnachtsmann bringt nur Kindern was, Erwachsene geben sich gegenseitig Geschenke, aber da Papa nicht mehr hier ist, krieg ich dieses Jahr wohl nix."

Söhnchen schaut mich erschrocken an und tröstet mich sogleich: "Ich geb Dir Geld, Mama! Dann kannst Du Dir was kaufen." Und fügt nach kurzem Nachdenken hinzu "... oder mir...".

Töchterchen will natürlich nicht zurückstehen und sagt: "Also ich mal Dir ein Bild. Da freust Du Dich bestimmt mehr drüber, weil Liebe ist wichtiger als Geld!"

Es entspinnt sich eine angeregte Diskussion zwischen den beiden, welches Geschenk das bessere wäre. Töchterchen bleibt bei Liebe. Bis...

ja bis Söhnchen genervt zu ihr sagt: "Okay, dann geb ich Dir halt auch kein Geld, sondern mal Dir auch ein Bild!"


Mittwoch, 30. Oktober 2013

Lasst Blumen sprechen

Vor zwei Wochen erwarb ich für unseren Hauseingang einen Topf voll gelb-blühenden Blumen, die hier "Mums" genannt werden. Söhnchen beteiligte sich fleissig am Giessen. Doch trotz bester Pflege verblühen sie langsam. Das fiel auch Söhnchen gestern auf. Erschrocken rief er:

"Guck mal, Mama, unsere Blumen verrosten!"

Cruising in Atlanta verboten


Da kann man nur hoffen, dass das Navi funktioniert und man nicht suchend nachts durch die Strassen fahren muss...

Und ja, auf Nachfrage wurde mir erklärt, dass es wohl tatsächlich ein richtiges Problem darstellt, dass die örtliche Jugend mit lauten Motoren nachts immer im Kreis fährt.

Dienstag, 29. Oktober 2013

Behavior Charts

Heutzutage werden Kinder - Gottlob - ja nicht mehr verhauen, sondern sowohl Eltern als auch Kindergarten und Schule suchen nach Möglichkeiten, die Bälger lieben Kleinen positiv zu motivieren.

Die Schule hier lässt sich einiges einfallen. So kann man durch gutes Benehmen zum Beispiel einen Homework-Pass erwerben, den man irgendwann später einreichen kann, um Hausaufgaben einmal nicht machen zu müssen. Beim Mittagessen wird die begehrte Erlaubnis an einen Schüler oder eine Schülerin verliehen, sich einen Freund auszusuchen und mit ihm sprechen zu dürfen, wenn der Rest der Meute noch zu schweigen hat. Natürlich gibt es auch visuelle Anreize in Form sogenannter Behavior Charts. Meine Tochter hat wirklich hier noch nie eine Hausaufgabe vergessen (auch wenn ihr das manchmal buchstäblich erst 5 Minuten vor 7 eingefallen ist), weil sie panische Angst davor hat, ihren Sticker auf dem Chart ins rote Feld schieben zu müssen.*

Auch der Kindergarten verwendet ein ähnliches System, und Söhnchen zeigt mir immer sehr stolz den lächelnden Smiley auf seinem täglichen Report.

Nachdem Söhnchen leider zu Hause nicht immer ein lobenswertes Benehmen an den Tag legt, entschloss ich mich, die gleiche Wunderwaffe bei uns daheim anzuwenden. Auf ein Blatt schrieb ich links die Namen meiner Kinder und oben vermerkte ich Symbole für drei Kategorien: Benehmen (ein lächelnder/trauriger Smiley), Aufgaben erledigt (Socken als Beispiel fürs Socken-Zusammenlegen) und Auf-Mama-Hören (ein Ohr).

Zuerst schien das Teil wirklich Wunder zu wirken, wenn auch maulend, so machte sich Söhnchen doch auf, die besagten Socken zu sortieren.

Doch was tat er, nachdem das erledigt war und er seinen Sticker unter Socken erhalten hatte?

Er suchte sich ein Blatt, zückte einen Stift und...

... fertigte ein Behavior Chart für seine Mama an.

Anscheinend muss ich noch daran arbeiten, mein Hören zu verbessern. Auch mein Benehmen lässt zu wünschen übrig. Aber meine Aufgaben erledige ich tadellos.



*Ich hab sie gefragt, was denn passiert, wenn sie ins rote Feld rutscht. Die Antwort? Strafexerzieren. Die Kids müssen dann eine Runde ums Sportfeld rennen. Offensichtlich klappt negativ motivieren also doch auch.